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Ratgeber Abendkleid

Abendkleid

Historie:

So sehr sich Alltag und Lebensweise im Mittelalter von der heutigen Zeit unterschieden haben mögen, so gab es bereits damals rauschende Feste für die Oberschicht, auf denen wertvolle Gewänder ihren Einsatz fanden - Damenschuhe und Accessoires wurden hierzu kombiniert. Aus der heutigen Sicht waren Abend- bzw. Ballkleider somit ein und dasselbe. Und obwohl gegenwärtig noch immer mal wieder zu rauschenden Tanzfesten geladen wird, hat sich im Fluge der Zeit die damalige gesellschaftliche Wichtigkeit von regelmäßigen Tanzbällen verloren, so dass aufwendig manufaktierte Kleider für Damen durch weniger exklusive Damenmode für den Abend verdrängt wurden. Doch noch immer spielen Form und Stil eines Kleides je nach Tageszeit und Anlass bei Damenbekleidung eine tragende Rolle, und je fortgeschrittener die Uhrzeit, umso exquisiter das Gewand. Abendkleider aller Art tauchen nach den Kriterien der heutigen Mode in den unterschiedlichsten Varianten auf und können als Robe auf so gut wie jedem gesellschaftlichen Ereignis angezogen werden. Ende des zweiten Weltkriegs erfand die Modeschöpferin Coco Chanel für die jungen Witwen des Kriegs das Kleine Schwarze, in den Zwanzigern erfand sie das Cocktail-Kleid und dadurch bereicherte sie die Palette der Damenkleider um 2 zeitlose Klassiker.

Materialien, Schnitte, Farben:

Die unterschiedlichen Stilrichtungen bei dieser speziellen Abendmode weisen eine nahezu unerschöpfliche Bandbreite auf. Bei seltenen und außergewöhnlichen Festen werden zum Beispiel aufwändig gefertigte Ballkleider aus exquisiten Materialien getragen - und die hierbei häufig unaufdringlich gewählten Farbtöne werden aufgepeppt durch die geschickte Kombination mit Accessoires wie auffällige Applikationen an Taschen oder Gürteln, bestickte Schals und Tücher und vor allem durch Schuhe: unabhängig von Stil und Länge der Kleider sind High Heels oder elegante Sandaletten mit dünnen Riemchen und Glasperlen oder Strasssteinchen besetzt ein absolutes Muss! Zu anderen festlichen Gelegenheiten wie Theater- und Konzertbesuchen werden heutzutage nicht mehr unbedingt nur noch bodenlange und schwarze Kleider getragen, kurze Cocktailkleider und ärmellose Abendmode in allen möglichen Farben vom dunklen Rot bis zum leuchtenden Beige gelten ebenfalls als sicherer Dresscode. Der Umfang des Dekolletés, wallende Mehrlagenoptik, ein rückenfreies oder auch hochgeschlossenes abendliches Kleid, alle denkbaren Designs und Stilrichtungen in meist besonders femininen Schnitten zeichnen das typische Kleid für den Abend aus. Empire-Stil Abendkleider betonen die Silhouette mit einer erhöhten Taille sowie die Büstenpartie. Ein Abendkleid mit trägerlosen Bandeauschnitt oder Neckholderschnitt bringt Schultern sehr zur Geltung, Wickelkleider bieten eine raffinierte Stofftechnik und sind in weichen, fließenden Stoffen wie Satin und knitterigem Chiffon zu erhalten. Und sehr minimalistisch, aber elegant ist das Kleid im Etui-Stil - dieser beinahe geometrische Schnitt macht diese Damenmode zu einem Alleskönner, denn in je nach Stoffwahl kann das Etui-Kleid als Abend Kleid oder schickes Geschäftsoutfit getragen werden: mit schwarzer Seide mit einem kurzen Bolero für den Opernbesuch oder aus Baumwolle für das Businessmeeting.

Spezielle Modelle:
Zur Vertiefung wird ein kurzer Blick auf zwei weitere Modelle an Abendkleidung geworfen, die neben dem Ballkleid grundsätzlich nur zu Sondersituationen aus dem Kleiderschrank geholt werden:
a) traditionelles Abendkleid: In so gut wie jeder geographischen Region findet sich entsprechend ihrer Geschichte noch immer traditionelle Kleidung, die zumeist nicht mehr im normalen Alltag getragen, sondern nur zu besonderen Anlässen angelegt wird, so wie in ländlichen Gebieten z.B. das Dirndl. Die sogenannte Volkstracht findet ihren Ursprung im Empire, Biedermeier und Rokoko und ist bezüglich Farbe, Schnitt, Stoffwahl und Art des Tragens genau definiert. Die entsprechenden Damenkleider für den Abend sind Festtagstrachten, die sehr aufwendig hergestellt sind und oftmals typische Hüte oder Hauben mit einbeziehen.
b) Brautkleid: Brautkleider genießen sogar unter den besonderen Abendroben nochmals eine Einzigartigkeit, denn abgesehen von der schwierigen Entscheidungsfindung, was man am vermeintlich schönsten Tag seines Lebens denn wohl tragen sollte, wird dieses Kleid in den meisten Fällen auch nur einmalig verwendet – und ist doch dasjenige mit dem größten Augenmerk auf besondere Details. Hier haben Modeschöpfer eine Auswahl geschaffen, die es jeder zukünftigen Ehefrau vor dem Hochzeitstermin schwer macht, sich zu entscheiden (für das Kleid). Und auch der Erwerb von Schleier und Schleppe, Handschuhen und goldenen Pumps aus Lackleder oder Raufaser dürfte in den meisten Fällen einige Zeit in Anspruch nehmen.

Das Kleid für den Abend in spe – allgemeine Trendentwicklung:
Alle erdenklichen Farben, Formen und Stoffe, handgearbeitete Modelle oder auch schicke abendliche Mode von der Stange – diese besondere Bekleidung bietet Designern ein so umfangsreiches Potential, dass sich viele einzig auf diesen Bereich der Mode beschränkt und hier mit innovativen Ideen immer neue Modeschöpfungen kreieren – und das zur Freude der Damenwelt, denn somit ist gewährleistet, dass man auf Abendveranstaltungen aller Art jeweils dem Anlass entsprechend gekleidet erscheinen kann.