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Ratgeber für Absinth

Von Getränken und abgeschnittenen Ohren

Absinth, auch Wermutsspirituose oder Absinthe genannt, ist ein alkoholisches Getränk, welches aus Wermut, Anis, Fenchel und verschiedenen Kräutern hergestellt wird. Einige Absinthspirituosen weisen eine grüne Farbe auf, wodurch Absinth auch durch den Namen „Grüne Fee“ bekannt wurde. Die grünliche Färbung bekommt der Absinth aufgrund seines Chlorophyllgehalts. Vor allem der hohe Alkoholgehalt, welcher zwischen 45 und 85 Volumen-Prozent liegen kann, und dem Image, aufgrund des hohen Thujon-Gehalts süchtig zu machen, ließ Absinth an Popularität gewinnen. Der Umstand eines Verbots der Spirituose in einer Vielzahl europäischer Staaten und den USA im Jahr 1915 bekräftigte den Bekanntheitsgrad noch zusätzlich. Der Ursprung von Absinth liegt wohl im Schweizer Kanton Neuenburg, wo der Alkohol als Heilelixier hergestellt wurde. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und in den Anfängen des 20. Jahrhunderts gelangte der Absinth in Frankreich zu großer Popularität, was nicht zuletzt an berühmten Absinth-Trinkern wie Vincent van Gogh, Ernest Hemingway und Oscar Wilde lag.

 

Die Herstellung

Bei der Herstellung kommt es zu einer Einweichung, Mazerierung genannt, von Fenchel, Anis und Wermut in Neutralalkohol oder Weinalkohol. Bei der anschließenden Destillation werden die Bitterstoffe des Wermuts abgetrennt, denn diese bleiben, anders als Aromastoffe, zurück und können zu einem äußerst bitteren Ergebnis führen. So wird Absinth oftmals auch als Bitterspirituose bezeichnet, obwohl er nicht bitter schmecken muss. Durch das Hinzufügen von unterschiedlichen Kräutern ändert sich zum einen die Farbe, sodass es Absinth-Sorten in den unterschiedlichsten Farben gibt, vor allem die Grünfärbung ist verbreitet und bekannt. Alte Absinth-Sorten nehmen oftmals auch ein bernsteinfarbende Färbung an, dies liegt vor allem an der Zersetzung des Chlorophylls.

Mittlerweile gibt es auch Absinth in rot, blau oder schwarz, wobei es sich hier nur um eine Marketingstrategie handelt. Mit Hilfe von Lebensmittelfarbe wird meist minderwertiger Absinth eingefärbt.

Inhaltsstoffe und ihre Wirkungen

Thujon

Ein Teil des ätherischen Öls von Wermut ist Thujon, dem nachgesagt wird zu Halluzinationen, Depressionen, Schwindel, Wahnvorstellungen, sogar Blindheit zu führen. Das Nervengift Thujon kann in gesteigerter Dosierung zu Verwirrtheit und epileptischen Anfällen führen, jedoch gilt es heute als bewiesen, dass der Thujon-Gehalt in Absinth viel zu niedrig ist um derlei Folgen auslösen zu können. Auch eine aphrodisierende und euphorisierende Wirkung konnte nicht bestätigt werden, weder haben die früheren noch die heutigen Absinthe einen ausreichend hohen Thujon-Gehalt. Um ihn dennoch zu erhöhen müsste man Wermutöl oder Wermutauszüge hinzufügen, was jedoch zu einer enorm bitteren Note des Absinths führen würde.

 

Kräuter

Im Absinth sind neben Wermut auch Fenchel und Anis enthalten, ferner auch Zitronenmelisse , Koriander, Wacholder, Muskat, Angelika, Kalmus oder Veronica. Der typische Absinth-Geschmack hingegen entsteht jedoch allein durch die Zugabe der Kräuter Wermut, Anis und Fenchel. Weitere Kräuter dienen nur der geschmacklichen Erweiterung. Die grüne Färbung entsteht hingegen durch das Chlorophyll in den Kräutern Minze, Melisse, Ysop oder pontischem Wermut.

 

 

 

Alkohol

Der Alkoholgehalt des Absinths liegt zwischen 45 - 78 Prozent, es gibt jedoch auch Absinth-Sorten mit bis zu 90 Umdrehungen. Unterschieden wird der Absinth in fünf Qualitätsgraden:

  • Absinth-Auszüge (Absinthe des essences)
  • gewöhnlicher Absinth (Absinthe ordinaire)
  • Absinth halb-fein (Absinthe demi-fine)
  • Absinth fein (Absinthe fine)
  • Absinth Schweiz (Absinthe Suisse)

Unterschiedliche Absinthsorten

Die Auswahl an Absinth ist riesig und stellt selbst Absinth-Trinker hin und wieder gern vor die Qual der Wahl. So gibt es Absinth mit und ohne Anis, mit Cannabis oder als Likör. Zudem

kommt, dass die Länder in denen produziert wird, einen gehörigen Einfluss auf den Geschmack haben. Insbesondere der französische und der Schweizer Absinth sind qualitativ meist sehr hochwertig, wohingegen der spanische oder englische Absinth oftmals eher von niederer Qualität zeugt. So gibt es insbesondere beim Absinth ein starkes qualitatives Gefälle. Beim Kauf sollte man sich auch nicht vom Thujongehalt leiten lassen, denn ein hoher oder niedriger Wert gibt keinen Aufschluss über die Qualität des Absinths. Wer nach einem qualitativ hochwertigen Absinth Ausschau hält, sollte darauf achten, dass dieser keine künstlichen Farbstoffe enthält, über einen Mindestalkoholgehalt von 45 % Vol. verfügt und in einem destillativen Verfahren hergestellt wurde.

Trinkrituale

Um den hohen Alkoholgehalt zu vermindern wird Absinth mit Wasser verdünnt getrunken. Dadurch opalisiert sich das Getränk, was so viel bedeutet, wie es wird milchig-trüb. Diese Erscheinung wird als Louche-Effekt bezeichnet und entsteht, weil sich das Wasser schlecht im Absinth auflösen kann auf Grund des enthaltenen ätherischen Öls Anethol. Das Mischverhältnis Absinth mit Eiswasser spielt beim Prozedere auch eine wichtige Rolle und liegt zumeist bei 1:3, es kann aber auch bei 1:1 oder 1:5 liegen.

Auch das Trinken des Absinths unterliegt oftmals einem streng geregelten Ritual. Die einzig historisch belegbare Tradition ist das französische Trinkritual, welches besagt, dass ein

oder zwei Stück Würfelzucker auf einen Löffel gelegt werden und langsam mit kaltem Wasser übergossen werden. Das Mischverhältnis beim französischen Trinkritual liegt entweder bei 1:3 oder 1:5.

Weitere Rituale sind das Schweizer und das tschechische Trinkrituale. Bei der Schweizer Version wird gänzlich auf Zucker verzichtet, wohingegen die tschechische Variante das Anzünden des Zuckers auf dem Löffel vorsieht. Hat sich der Zucker erst karamellisiert, wird das Feuer gelöscht und der Zucker wird unter den Absinth gerührt.

 

 

 

Bildquellen:

  • Bigstock/ TasiPas
  • Bigstock/ 13-Smile
  • Bigstock/ Mini bear
  • Bigstock/ evren_photos

 


Max hat sich umfassend über die sagenumwobene grüne Spezialität informiert. Natürlich teilt er die gesammelten Erkenntnisse nur zu gern in Form dieses Ratgebers mit dir.