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    Ratgeber Apotheke

    Die Geschichte der Apotheke reicht weit zurück, bis ins 8. Jahrhundert. Die damaligen Gewürzhändler der arabischen Welt können zusammen mit heilkundigen Mönchen als Vorläufer gesehen werden. Das Wort Apotheke stammt dabei aus dem Griechischen und bedeutet Aufbewahrungsort. Der Ursprung der deutschen Apotheke liegt im 13. Jahrhundert, als die Berufe des Arztes und des Apothekers gesetzlich getrennt wurden. Apotheken durften nur zum Zweck des Arzneiverkaufs gegründet werden. Heutzutage ist der Betrieb einer Apotheke vielen Regelungen unterworfen. Dazu gehören Vorschriften zum Abgabepreis sowie zur Produktpalette. Neben Arzneimitteln werden Nahrungsergänzungsmittel, kosmetische Produkte und Ware mit gesundheitsförderndem Bezug verkauft. Neben diesem Aspekt, steht die persönliche Beratung der Patienten an hoher Stelle. Hierzu gehören Wirkungen eines Medikamentes, aber auch Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln.

    Nur ein staatlich zugelassener Apotheker darf eine Apotheke eröffnen. Dabei ist ihm erlaubt, bis zu 3 Filialen zu eröffnen. Apothekenpflichtige Artikel dürfen nur durch pharmazeutisches Personal ausgegeben werden. Ein ärztliches Rezept ist erst erforderlich, wenn das Medikament verschreibungspflichtig ist.

     

    Versandaptoheken

    Seit 2004 ist der Versandhandel mit Arzneimitteln in Deutschland erlaubt. Allerdings dürfen ausschließlich Apotheken, die alle rechtlichen Voraussetzungen einer Apotheke erfüllen, eine Zulassung zum Versandhandel beantragen. Diese wird der Apotheke erteilt, wenn der Versand von Arzneimitteln keine Beeinträchtigung des Apothekenbetriebes darstellt. Darüber hinaus ist der Versand von Produkten, wie beispielsweise Nahrungsergänzungsmitteln, die nicht der Apothekenpflicht unterliegen, unabhängig von einem Apothekenbetrieb erlaubt.  

    Medikamente

    Die verbreitetsten Medikamente sind solche gegen Allergien, Gefäß-, Herz- und Kreislauferkrankungen, Blasen- und Nierenbeschwerden, Grippe und Erkältung sowie Magenproblemen. Darüber hinaus werden häufig Schmerzmittel sowie Nerven-, Schlaf- und Beruhigungsmittel verkauft. Die Medikamente werden dabei unterschiedenen in:

    • verschreibungspflichtige Medikamente
    • apothekenpflichtige Medikamente
    • freiverkäufliche Medikamente

    Verschreibungspflichtige Medikamente dürfen nur in Apotheken gegen Vorlage eines ärztlichen Rezeptes abgegeben werden. Bei diesen Medikamenten handelt es sich um hochwirksame Arzneimittel, deren Einnahme Nebenwirkungen verursachen können. Sie können daher auch bei bestimmungsgemäßer Anwendung die Gesundheit eines Menschen gefährden und dürfen deswegen nur unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden.

    Apothekenpflichtige Medikamente können ohne ein ärztliches Rezept erworben werden, allerdings nur in einer Apotheke. Sie dürfen nur von einer Fachkraft abgegeben werden, die den Käufer auf eventuelle Nebenwirkungen hinweisen und ihn über das Arzneimittel informieren muss.

    Freiverkäufliche Medikamente bedürfen keiner Beratung durch einen Apotheker. Ihre Wirkung ist schwach und dient meist der Vorbeugung von Krankheiten oder der Stärkung. Auch kleinere gesundheitliche Probleme können durch solche Medikamente in Selbstbehandlung behandelt werden.

     

    Medikamente gegen Erkältung

    Eine der häufigsten Erkrankungen ist die Erkältung. Erwachsene sind davon im Jahr zwei bis fünf mal betroffen, Kinder vier bis acht mal. Um die Symptome zu lindern gibt es diverse Arzneimittel, aber nicht alle davon sind auch sinnvoll. Von Kombipräparaten, die besonders beliebt sind, wird vielfach abgeraten. Im Öko-Test (11/2011) schnitten diese alle mit “ungenügend” ab. Auch Stiftung Warentest (11/2012) zeigt, dass die Kombipräparate keine gute Wirkung haben. Fazit beider Tests ist, dass Einstoffpräparate Erkältungsbeschwerden verlässlicher lindern und verträglicher sind. Hustenmittel mit einem chemischen Hustenreizdämpfer wie Dextromethorphan sind nur bedingt sinnvoll. Der Hustenreiz wird dadurch unterdrückt und das Abhusten von gebildetem Schleim erschwert. Hindert dich aber ein ständiger Hustenreiz am Einschlafen, ist ein solches Mittel sinnvoll, um den wichtigen Schlaf und die damit einhergehende Erholung zu erhalten. Die von Öko-Test (2015) getesteten Halzschmerzmittel erhielten alle das Ergebnis “mangelhaft” oder “ungenügend”, da sie keine Wirkung zeigten. Die Dauer der Halsschmerzen konnte durch keines der Mittel reduziert werden, einzig durch eine betäubende Wirkung wurden bei einigen Mitteln die Symptome weniger stark empfunden. Um bei Schnupfen freier atmen zu können sind Nasensprays mit unkonservierter Salzlösung am besten. Die Nasenschleimhaut wird durch diese Sprays befeuchtet und mit Nährstoffen versorgt, die regenerierend wirken. Die Wirkstoffe Xylometazolin und Oxymetazolin in anderen Nasensprays bewirken ein Abschwellen der Schleimhäute. Allerdings können sie abhängig machen und sollten daher auf keinen Fall länger als fünf bis sieben Tage genommen werden. Die Abhängigkeit rührt daher, dass der sogenannte Rebound-Effekt eintritt. Lässt die Wirkung der Sympathomimetika nach, werden die Nasenschleimhäute verstärkt durchblutet und

    Nahrungsergänzungsmittel

    Viele Menschen greifen zu Nahrungsergänzungsmittel, da die Werbung den Verbrauchern durch die Einnahme dieser ein gesünderes Gefühl verspricht. Dabei sind Nahrungsergänzungsmittel für gesunde Personen überflüssig. Nur wenn der Mangel eines bestimmten Nährstoffes ärztlich nachgewiesen ist, ist die Einnahme in Tabletten- oder Kapselform sinnvoll. Die meisten Menschen nehmen allerdings bereits durch eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung die notwendigen Nährstoffe zu sich. Ist ein Mangel auf eine ungesunde Ernährung zurückzuführen, sollte statt zu Nahrungsergänzungsmitteln zu greifen, die Ernährung umgestellt werden. Denn die Nähr- und Mineralstoffe sowie Vitamine zum Einnehmen stehen im Verdacht, der Gesundheit auch schaden zu können. So wurden Hinweise auf eine erhöhte Sterblichkeitsrate durch ihre Einnahme gefunden.

    Die richtige Menge

    Der Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen in Nahrungsergänzungsmitteln ist in vielen Präparaten sehr hoch. Da es in der EU hierfür keine festgelegten Werte gibt, müssen Hersteller keine Höchstmenge einhalten. Dabei ist eine Überdosierung problematisch und kann gesundheitliche Schäden verursachen. Denn neben den Nährstoffen, die du durch die Nahrungsergänzungsmittel einnimmst, nimmst du auch über die normale Ernährung Nährstoffe zu dir. Beide zusammen summieren sich und eine Überdosis kann unangenehme Wirkungen haben. Diese reichen von Kopfschmerzen und Erbrechen über Nervenstörungen bis zu einem erhöhten Risiko für Nierensteine.

    Bevor du also zu Vitaminen oder Mineralstoffen und Spurenelementen in Tabletten- oder Pillenform greifst, solltest du dir sicher sein, dass bei dir ein Mangel vorliegt.

    Alternativmedizin

    Homöopathie zählt zu der sogenannten Alternativmedizin, also zu jenen Behandlungsmethoden, die als Ergänzung oder Alternative zu der wissenschaftlich begründeten Medizin gesehen werden. Sie beruht auf dem Ähnlichkeitsprinzip “Ähnliches wird durch Ähnliches geheilt”, welches der deutsche Arzt Samuel Hahnemann Ende des 18. Jahrhunderts formulierte. Der Körper soll dadurch angeregt werden sich selbst zu heilen. Zu den verbreitetsten homöopathischen Mitteln gehören die Globuli - die kleinen weißen Kügelchen. Eine weitere Alternativmedizin ist die Therapie mit Schüßler-Salzen. Im Gegensatz zu der homöopathischen Behandlungsmethode beruht sie nicht auf dem Ähnlichkeitsprinzip, sondern auf der Annahme, Krankheiten würden durch einen gestörten Mineralhaushalt entstehen, der den gesamten Stoffwechsel beeinträchtige. Die Einnahme der fehlenden Mineralstoffe in Form der Schüßler-Salze hilft daher bei der Heilung der Krankheit.

    Diabetikerbedarf

    Bei Diabetikern fehlt das lebenswichtige Hormon Insulin teilweise oder komplett. Insulin ist für die Regulierung des Blutzuckerspiegels zuständig. Es ist das einzige Hormon, das den Blutzuckerspiegel senken kann, indem es Zellen im Körper zur Glukoseaufnahme anregt. Fehlt es einer Person, steigt der Blutzuckerspiegel stetig an und es kommt zu einer Überzuckerung, durch die gesundheitsgefährdende Symptome auftreten. Unbehandelt führt eine Überzuckerung zu dem hyperglykämischen Koma, das tödliche Folgen haben kann. Diabetiker müssen daher stets auf ihren Blutzuckerspiegel achten, um sich bei einem zu hohen Blutzuckerwert Insulin spritzen. Hierfür sind bestimmte Hilfsmittel nötig, die in ihrer Form und Funktion in folgender Tabelle aufgelistet sind:

    Diabetes Artikel Form Funktion
    Blutzuckerteststreifen kleiner Teststreifen mit Enzymen, die auf Glukose reagieren

    Die photometrische Messung bestimmt den Blutzuckerwert anhand einer Farbskala. Je höher der Blutzuckerwert ist, desto dunkler ist die Farbe.


    Die elektrochemische Messung bestimmt den Blutzuckerwert anhand eines Elektronenstroms, der bei der Reaktion der Enzyme mit der Glukose entsteht. Je mehr Strom fließt, desto höher ist der Blutzuckerwert.
    Blutzuckermessgerät elektronisches Gerät Die Blutzuckerteststreifen werden mit Hilfe eines Blutzuckermessgerätes untersucht. Dieses rechnet den Farbwert bzw. den Stromfluss in einen Blutzuckerwert um. Die meisten Messgeräte haben inzwischen mehrere Sonderfunktionen, wie zum Beispiel eine Erinnerungsfunktion.
    Lanzette kleines Stechinstrument mit Stahlklinge Die Klinge durchdringt die Hornhaut und punktiert ein Kapillargefäß. Die Blutentnahme des benötigten Tropfen Bluts zur Bestimmung des Blutzuckerspiegels wird dadurch erleichtert.
    Insulinspritze Spritze Mit Hilfe der Insulinspritze kann das Insulin direkt in die Gewebeschicht unter der Haut injiziert werden.
    Insulinpen Ähnelt einem Kugelschreiber Dieses Injektionswerkzeug funktioniert ähnlich wie eine Spritze, ist aber in seiner Erscheinungsform unauffälliger. Im Gegensatz zur Spritze ist es einfacher zu transportieren und ist Dank seiner Vorteile das meistverbreitete System zur Insulininjektion.

    Weitere Apotheken-Artikel

    Neben den bisher genannten Produkten bieten Apotheken auch verschiedene medizinische Geräte an. Dazu gehören Blutdruckmessgeräte, Fieberthermometer und Inhalatoren. Während Blutdruckmessgeräte nur in bestimmten Fällen nötig sind, etwa wenn ein Blutdruck-Tagesprofil notwendig ist, sollte in jedem Haushalt ein Fieberthermometer vorhanden sein. Diese gibt es mit verschiedenen Messmethoden. Das klassische Thermometer ist das Stabthermometer, das für die axillare, orale oder rektale Anwendung vorgesehen ist. Besonders beliebt bei Kleinkindern ist das Ohrthermometer, bei dem die Messung besonders schnell ist.

    Auch Verhütungsmittel sowie Produkte für die Familienplanung kannst du in der Apotheke erwerben. Für Kondome und Diaphragmen benötigst du dabei kein Rezept und auch latexfreie Kondome für Personen mit Latexallergie werden angeboten. Hormonelle Verhütungsmittel wie die Pille oder der Nuvaring werden nur nach Vorlage eines Rezeptes verkauft. Ein weiteres rezeptfreies Produkt ist der Schwangerschaftstest, bei dem in den Frühtest und den normalen Schwangerschaftstest unterschieden wird.

     

     

    Bildquellen:

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    • Bigstock/ Subbotina Anna
    • Bigstock/ ChamilleWhite

     


    Diesen Ratgeber rund ums Thema Apotheke hat dir Merle zusammengestellt. So findest du die wichtigsten Informationen zu Apotheken-Artikeln auf einen Blick.