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Ratgeber Autoreifen

 

Autoreifen, oder auch Pneu genannt, sind das Bindeglied zwischen deinem Fahrzeug und der Straße. Dabei bildet der Reifen gemeinsam mit der Felge das Rad. Da die Beschaffenheiten und Witterungsbedingungen von Verkehrswegen ganz unterschiedlich sein können, werden Autoreifen für unterschiedliche Einsatzgebiete entwickelt. So dürfte die Unterscheidung in Sommer- und Winterreifen die dir wohl bekannteste Unterteilung sein.

 

Ein “Allheilmittel” für jede Jahreszeit und jeden Untergrund gibt es nicht, da die Gummi-Mischung eines Reifen nicht auf verschiedene Bereiche gleichzeitig ausgelegt sein kann. Daher verhält sich ein Winterreifen bei eisigen Temperaturen sicherer als ein Sommerreifen, der selbst wiederum bei höheren Temperaturen seine Vorzüge hat. 

Dann gibt es andere Spezialisierungen, beispielsweise die Offroadreifen, die dir abseits von herkömmlichen Verkehrswegen eine sichere Fahrt bescheren.

Damit du genau weißt, worauf es bei Autoreifen ankommt, kannst du dich in den folgenden Textabschnitten schlau lesen.

Der richtige Autoreifen

Unterschiedliche Jahreszeiten stellen unterschiedliche Anforderungen an die Autoreifen. Muss das Gummi deiner am PKW angebrachten Autoreifen im Sommer auch höhere Temperaturen vertragen, sieht dies im Winter ganz anders aus. Dabei sind die einzelnen Jahreszeiten-Varianten keine Marketingidee der Reifenhersteller, sondern es geht in erster Linie um die Sicherheit beim Fahren. Bietet ein Sommerreifen bei 24 °C optimale Bremseigenschaften, sieht dies sechs Monate später, bei -4 °C, schon ganz anders aus.

Doch es geht nicht nur um Temperaturen, sondern auch um Straßenbedingungen. Eigentlich gibt es für jede Bedingung einen optimalen beziehungsweise besser geeigneten Reifen. Jedoch möchtest du sicher nicht während der Fahrt die Reifen wechseln müssen, nur weil sich das Wetter ändert und damit ein anderer Reifensatz sinnvoller wäre. Im Motorsport macht diese Variante Sinn, da hier um zehntel Sekunden gefahren wird, im normalen Straßenverkehr nicht. Daher versuchen die Reifenhersteller mit ihren Reifen ein möglichst großes Spektrum an Bedingungen abzudecken, was nicht selten mit Kompromissen verbunden ist.

Im Großen und Ganzen unterscheiden Hersteller zwischen vier großen Reifenvarianten.

 

Sommerreifen

Sommerreifen sind speziell für Temperaturen über 10 °C konzipiert und verlieren selbst bei nasser Fahrbahn im Sommer nicht so schnell an Haftung. Der Kraftstoffverbrauch ist auf sommerlichen Asphaltwegen ebenfalls optimal ausbalanciert. Aber auch um Winterreifen im Sommer nicht unnötig abzunutzen, solltest du zum Jahreszeitenwechsel auf die Sommerbereifung umsteigen. Der Hauptunterschied zu Winterreifen besteht in der Gummizusammensetzung, die bei niedrigen Temperaturen verhärtet und so für längere Bremswege sorgt. Das Profil ist ebenfalls nicht so stark ausgeprägt, wie es bei Winter- oder Ganzjahresreifen der Fall ist.

Deshalb solltest du zu deiner eigenen und der Sicherheit der anderen Verkehrsteilnehmer in der kalten Jahreszeit nicht länger auf Sommer-, sondern Winterreifen setzen.

 

Winterreifen

Optimales Fahrverhalten bei Schnee und Eis bieten einzig und allein Winterreifen. Seit 2010 besteht in Deutschland Winterreifenpflicht, welche besagt, dass bei Schnee, Glätte und vereisten Straßen Winterreifen gesetzlich vorgeschrieben sind. Winterreifen sind bereits ab Temperaturen unter 10 °C sinnvoll. Die genaue Zusammensetzung des für Winterreifen verwendeten Gummis sorgt dafür, dass die Reifen auch bei niedrigen Temperaturen über ausreichend Elastizität verfügen und weich bleiben. Dazu kommt, dass Winterreifen mit einem speziellen Lamellen-Reifenprofil ausgestattet sind, welches eine erhöhte Griffigkeit auf verschneiten Straßen bietet. So sind auch auf schneebedeckten Straßen kurze Bremswege gesichert.

Jedoch ist der Verschleiß bei höheren Temperaturen sehr stark. Das Profil, das im Winter dafür sorgt, dass der Reifen auf der Straße “zupackt”, wird bei höheren Temperaturen schnell abgetragen, sodass der Winterreifen für die nachfolgende Wintersaison unbrauchbar wird. Somit sollten Winterreifen bei höheren Temperaturen nicht mehr zum Einsatz kommen, um unnötigen Verschleiß zu vermeiden.

 

Ganzjahresreifen

Ganzjahresreifen stellen einen Kompromiss aus Sommer- und Winterreifen dar. Sie sind auch unter der Bezeichnung “Allwetterreifen” bekannt.

Ganzjahresreifen eignen sich für trockene und nasse Straßen im Sommer sowie für schneebedeckte Straßen im Winter. Allerdings solltest du bedenken, dass Allwetterreifen, die mit winterfesten Symbolen wie dem M+S oder dem Schneeflockensymbol ausgestattet sind, eher die Eigenschaften eines Winterreifens aufweisen. Deswegen können Bremsweg und Kraftstoffverbrauch im Sommer erhöht sein. Damit es sich tatsächlich um winterfeste Reifen handelt, die den gesetzlichen Bestimmungen entsprechen solltest du beim Kauf auf die oben genannten Symbole achten, sofern du den Reifen nicht wechseln willst. Durch den ganzjährlichen Gebrauch steigt natürlich auch die allgemeine Belastung für den Reifen, sodass diese sich schneller abnutzen als getauschte Sommer- und Winterreifen. Dennoch sind Ganzjahresreifen ein praktische Alternative zum halbjährlichen Reifenwechsel.

 

Offroadreifen

Mit dieser Reifenvariante bist du der König im Gelände! Offroadreifen sind speziell für den Einsatz auf unbefestigten Straßen oder abseits jeglicher als Straßen zu bezeichnenden Fahrtwege entwickelt. Ein besonders griffiges Profil, das auf verschiedenen Untergründen Halt gibt, zeichnet sie aus. Außerdem sind sie robuster, da sie andere Anforderungen als herkömmliche Straßenreifen erfüllen müssen. Sie kommen gerne bei SUVs zum Einsatz und werden ebenfalls in Sommer-, Winter- und Ganzjahresreifen unterteilt.

Auf befestigten Straßen weisen sie einen sehr hohen Verschleiß auf und treiben den Spritverbrauch in die Höhe. Daher disqualifizieren sich diese Reifen für den alltäglichen Gebrauch, wenn du nicht täglich durch’s Gelände heizt.

Einflussfaktoren auf die Stabilität von Autoreifen

Während in Mitteleuropa hauptsächlich asphaltierte Straßen genutzt werden, sind in anderen Ländern und auf anderen Kontinenten viele Straßen unbefestigt. Außerdem schwanken die Oberflächentemperaturen bei uns zwischen -15 °C und +50 °C. Diese Temperatur wirkt sich auf das Gummigemisch des Reifens aus. Ein weiterer Einflussfaktor ist die Feuchtigkeit der Straße, die von leichtem Nieselregen über Starkregen, Neuschnee, festgefahrene Schneedecken bis hin zu Eis reichen kann. Mit all diesen möglichen Straßenverhältnissen wäre ein einzelner Reifen jedoch heillos überfordert. Denn die Gegebenheiten des Untergrunds stellen unterschiedliche Anforderungen an die Eigenschaften des Reifens. Bei hohen Temperaturen ist ein Reifen mit einer sehr niedrigen Festigkeit nötig, um den Verschleiß so gering wie möglich zu halten. Allerdings darf er auch nicht zu weich sein, ansonsten würde er bei starkem Regen nicht genügend Haftung haben. Dies könnte dazu führen, dass das Fahrzeug nicht mehr in der Spur bleiben würde.

Für die Stabilität ist allerdings auch der Reifendruck mit verantwortlich. Wissenswertes zum Reifendruck, sowie Details zu zwei wichtigen Reifensymbolen, erfährst du in den folgenden Abschnitten:

 

Reifendruck

Um möglichst lange Nutzen aus deinen frisch gekauften Reifen ziehen zu können, solltest du regelmäßig deren aktuellen Reifendruck prüfen. Dieser lässt sich kostenlos an Tankstellen überprüfen oder kann mit einem Reifendruckmessgerät auch Zuhause getestet werden. Das Intervall zur Prüfung sollte - natürlich abhängig davon, wie intensiv dein PKW genutzt wird - etwa alle zwei Wochen betragen. Der angestrebte Reifendruck lässt sich leicht anhand der Herstellervorgaben ermitteln. Oft findest du auf der Website des Reifenherstellers sogenannte “Drucktabellen”. Doch warum genau ist der Reifendruck eigentlich so entscheidend? In den folgenden Stichpunkten werde ich dir die negativen Folgen eines zu geringen Reifendrucks näher beschreiben:

  • Beeinträchtigung der Fahreigenschaften
    Stimmt der Reifendruck nicht, sind die allgemeinen Fahreigenschaften davon betroffen. Ist der Druck auf den Reifen der Hinterachse zu gering, kann das Heck deines PKWs in Kurven ausbrechen. Ist dagegen der Druck auf der Vorderachse nicht optimal eingestellt, reagiert dein Wagen träge, was im schlimmsten Fall in einem Unfall enden kann.
  • Erhöhter Kraftstoffverbrauch
    Liegt der Reifen wegen fehlenden Drucks nicht optimal auf dem Straßenboden auf, erhöht sich der Kraftstoffverbrauch. Schon eine verhältnismäßig kleine Abweichung, beispielsweise um 0,2 bis 0,5 Bar, kann zu einem leichten Anstieg des Verbrauchs und somit zu Mehrausgaben für dich führen.
  • Höherer Verschleiß
    Bei falschem Reifendruck wird der jeweilige Reifen auf Dauer unregelmäßig beansprucht. Das wirkt sich auf die Lebenszeit des Reifens aus, sodass du dich früher als erwartet nach Ersatz umsehen musst. Gequetschtes Gummi reißt leichter und nutzt sich stärker ab. Bei einem optimalen Druck wird dagegen der Reifen gleichmäßig belastet, was zu einem ebenso gleichmäßigen Verschleiß führt.

 

M+S und Schneeflockensymbol

Um die winterlichen Qualitäten eines Reifens schnell erkennen zu können, gibt es zwei wohlbekannt Symbole. Diese sind mehr als nur nette Zugaben oder Werbeversprechungen, da sie bei entsprechenden Witterungsbedingungen sogar vom Gesetzgeber vorgeschrieben sind.

 

M+S Symbol

 

Das M+S Symbol findest du sowohl auf Winter-, als auch auf Ganzjahresreifen. Diese Abkürzung steht für Matsch und Schnee (im englischen Original Mud andSnow) und ist bei allen Reifen, die den für die Kennzeichnung geforderten Eigenschaften entsprechen, seitlich zu finden. Die Eigenschaften eines mit M+S gekennzeichneten Reifens sind mit denen eines Winterreifens zu vergleichen. So muss der Reifen auch bei niedrigen Temperaturen und Schnee eine passable Fahrweise und kurze Bremswege ermöglichen. Da das M+S Symbol oft auf Ganzjahresreifen gedruckt ist, solltest du dir im Klaren sein, dass solche Allwetterreifen eher Winterreifen-Charakter haben.

Schneeflockensymbol

 

Bei dem Schneeflockensymbol, das auch als Alpine-Symbol bekannt ist, handelt es sich um ein von der US-Straßenbehörde NHTSA vergebenes Siegel. Dieses wird nach einem Test vergeben, sofern der getestete Reifen eine bessere Traktion auf verschneiten und vereisten Untergründen gegenüber einem Referenzmodell vorweisen konnte. Traktion bedeutet, dass das Fahrzeug mit den jeweiligen Reifen genügend Zugkraft auf die Straße bringen kann, dass auf Schnee eine optimale Vorwärtsbewegung gewährleistet ist. Daher hast du die Gewissheit, dass ein Reifen mit Schneeflockensymbol absolut wintergeeignet ist.

 

 

Bildquellen:

  • Bigstock/ thanmano
  • Bigstock/ algre
  • Bigstock/ vdovichenko
  • Bigstock/ rukawa
  • Bigstock/ angri18

 


Diesen Text hat Tobi für dich geschrieben. Ich hoffe, dass ich dir ein wenig durch das Autoreifen-Wirrwarr helfen konnte und die gesammelten Informationen nicht das fünfte Rad am Wagen waren.