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Ratgeber Bestecke

Wissenswertes über Besteck
In Europa setzt sich Besteck in der Regel aus Messern, Gabeln und Löffeln zusammen. Dieses Essbesteck ist vom Kaffeebesteck zu unterscheiden, das sich aus Kuchengabel und kleinen, sogenannten Teelöffeln zusammensetzt. In anderen Kulturkreisen werden anstelle des Essbesteckes Essstäbchen verwendet oder wird mit den Fingern gegessen. Was hier befremdlich und eher mittelalterlich anmutet, ist die am weitesten verbreitete Essmethode. Zudem hat sich das Essen mit Essbesteck erst durch die Industrialisierung im 19. Jahrhundert und der Massenproduktion von Bestecken in Europa durchgesetzt. Und momentan geht der Trend beispielsweise in den USA durch Fast Food und auch hier durch das schnelle Essen zwischendurch wieder hin zum Essen auf der Hand? – ohne gedeckten Tisch und Besteck.

Der Löffel – das erste Esswerkzeug
Der Löffel ist das älteste Esswerkzeug und der schöpfenden Hand nachempfunden. Lange Zeit war der Löffel das einzige Besteckutensil und wurde aus Holz gefertigt. Löffel lassen sich bereits in altsteinzeitlichen Fundstellen nachweisen. In Deutschland entstand die Löffelmacherei im 15. Jahrhundert als ein Zweig der Metall verarbeitenden Industrie und blühte im 17. und 18. Jahrhundert auf. Die Löffel wurden ursprünglich aus einem Stück geschmiedet, im 18. Jahrhundert konnten die Löffel bereits aus Blech geschnitten und in kaltem Zustand verformt werden, bis sie schließlich aus vorgeschmiedeten Platteneisen geformt und anschließend verzinnt und poliert wurden. Der Löffel – das bis dato einzige Besteck – galt bis in die Neuzeit als kostbarer Besitz und wurde vererbt – wodurch auch die Redewendung den Löffel abgeben? stammt. Auch heute noch ist es in einigen Gegenden verbreitet, dass die Paten dem Patenkind zur Taufe ein erstes Kinderbesteck, das meist mit einer Inschrift versehen wird, schenken.

Entwicklung zum heutigen Besteck
Während die Löffel früher zunächst aus Holz, später aus Silber und anderen Metallen gefertigt wurden, wird heute fast ausschließlich Edelstahl verwendet. In Asien sind Porzellanlöffel weit verbreitet. Neben dem Esslöffel, der für Suppen als auch als Beiwerk zur Gabel bei Spaghetti und anderen Pastagerichten verwendet wird, existiert der Teelöffel, der zum Umrühren von Getränken sowie für Nachspeien, Joghurts und ähnlichem verwendet wird. Neben diesen beiden klassischen Löffeln haben sich zahlreiche Sonderformen entwickelt. So werden Eierlöffel, Dessertlöffel, Kaffeelöffel und viele weitere angeboten.

Das Messer
Neben dem Löffel hat sich das Messer schon früh als Besteck etabliert. Allerdings wurde das Messer noch nicht als Essbesteck im heutigen Sinne verwendet, mit dem sowohl geschnitten als auch das Essen auf die Gabel geschoben wird, sondern rein zum Zerkleinern des Essens, damit dieses mit dem Finger beziehungsweise dem Löffel in den Mund geführt werden konnte. Das Messer war schon im antiken Rom verbreitet und wurde ebenso wie der Löffel als Wertgegenstand angesehen. Heute werden von deutschen Klingenfabrikanten allein circa 2000 verschiedene Klingenformen für den Weltmarkt hergestellt – Herstellungszentrum ist Solingen. Wie auch bei dem Löffel haben sich eine breite Anzahl verschiedener Messer entwickelt. So wird zwischen dem klassischen Tafelmesser, dem kleineren Dessertmesser sowie dem Steak- und Fischmesser und dem Obst- oder auch Buttermesser unterschieden.

Die Gabel
Gabeln wurden lange Zeit als Werkzeug des Teufels angesehen, sodass sich erste Berichte von Gabeln erst im 11. Jahrhundert verbreiteten. Damals soll eine Prinzessin aus Byzanz die Gabeln eingeführt haben. Im Mittelalter wurden Gabeln von dem italienischen Adel zunächst ausschließlich benutzt, um sich beim Essen von Obst die Hände nicht zu beschmutzen. In Frankreich und in weiten Teilen Europas setzte sich die Gabel erst im 17. Jahrhundert durch und dieses auch sehr zaghaft, da die Masse der Ansicht war, dass man von Natur aus mit fünf Fingern ausgestattet sei, die zum Essen dienen und Gabeln eher dem Aufgabeln von Heu dienen. Heute hat sich die Gabel als fester Bestandteil des Essbesteckes neben dem Messer und dem Löffel etabliert und ist wie diese in verschiedenen Ausführungen von der großen? Essgabel bis hin zur kleinen Kuchengabel erhältlich.

Vom Wertgegenstand zum Gebrauchsgegenstand
Durch die Industrialisierung entwickelte sich das Besteck von einem Wertgegenstand zu einem Gebrauchsgegenstand, der nicht mehr an dem Gürtel getragen wurde, sondern heute neben dem Geschirr und den Gläsern eingedeckt wird. So wird heute für jeden Gang beim Menü ein separates Besteck verwendet.