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Ratgeber Brillen

Ratgeber Brillen

Fast zwei Drittel aller Deutschen tragen eine Brille und 36 Prozent von ihnen sind dabei auf die ständige Nutzung der Sehhilfe angewiesen. Schnell wird also klar: die passende Brille zu finden ist sehr wichtig und gar nicht so leicht. Neben der Funktionalität muss auch das Design stimmen und das muss auf die Gesichtsform, die Frisur und die Haarfarbe abgestimmt sein und zu der Persönlichkeit passen. Brillenform, Fassung und Gläser sind in unterschiedlichsten Variationen erhältlich und auch verschiedene Materialien können gewählt werden. Es müssen also viele Faktoren berücksichtigt werden, um die richtige Entscheidung treffen zu können.

 

Worauf solltest du beim Kauf achten:

  • Wofür soll die Brille verwendet werden?
  • Welche Gläser sind für die Verwendungsform passend?
  • Welche Fassungen harmonieren mit den Gläsern?
  • Welche Gesichtsform habe ich?

In welchen Situationen soll die Brille genutzt werden?

Je nachdem, welche Probleme mit dem Sehen im Alltag bemerkt werden, ist eine andere Brille geeignet. Die häufigsten Formen der Sehschwäche sind Weitsichtigkeit, Kurzsichtigkeit, Hornhautverkrümmung und die Altersweitsichtigkeit. Bei der Weitsichtigkeit, hat das Auge Probleme, den Nahbereich scharf zu sehen. Die Sehschwäche wird also vor allem beim Lesen und Schreiben bemerkt, die Brille wird also für Dinge gebraucht, die sich nah vor dem Auge befinden. Bei kurzsichtigen Menschen ist es genau andersherum. Hier treten die Probleme nicht im Nahbereich auf, sondern in der Ferne. Im Unterricht, bei Vorlesungen, Schulungen oder Konferenzen können die Tafel oder Präsentationsfolien nicht erkannt werden, und beim Autofahren gibt es Schwierigkeiten, Straßennamen zu lesen. Zu den Situationen, in denen die Sehschwächen am häufigsten wahrgenommen und als störend empfunden werden gehören das eben erwähnte Autofahren, Lesen und die Arbeit am Computer. Bei der Arbeit am Computer wird das Auge besonders beansprucht und kann schnell ermüden. Die starke Beanspruchung ist oft Auslöser für Kopfschmerzen und Lichtempfindlichkeit. Um Ermüdungserscheinungen zu vermeiden, kann die richtige Arbeitsplatzbrille Abhilfe schaffen.

 

Die richtige Brille für jede Situation

Verwendungsform Geeignete Brille
Lesen Einstärken-Lesebrille
Autofahren Einstärken-Fernbrille
Computer-Arbeitsplatz Einstärken-Arbeitsplatzbrille
Mehrstärken-Raumcomfortbrille
Alltag Brille mit Mehrstärkengläsern
(Bifokal- bzw. Trifokalgläser)
Gleitsichtbrille

Welche Brillengläser gibt es?

Bei den Brillengläsern kommt es nicht nur auf den richtigen Schliff an, sondern auch auf das Material. Zudem sollte die Möglichkeit der Entspiegelung, der polarisierenden und der phototropen Brillengläser überdacht werden. Bei dem Material der Gläser wird zwischen organischem Glas, also solchem aus Kunststoff, und mineralischem Glas (Flint- oder Kronglas) unterschieden. Beide Materialien haben ihre Vor- und Nachteile.

Vorteile von organischen Brillengläsern:

  • Geringes Gewicht, auch bei starken Sehschwächen
  • Hoher Tragekomfort
  • Bruchfestigkeit

Als Nachteil der organischen Brillengläser galt lange die geringe Widerstandsfähigkeit, wodurch schnell Kratzer auf der Oberfläche entstanden. Eine spezielle Veredelung der Gläser kann dies inzwischen jedoch verbessern. Die Oberfläche ist dann beinah ebenso widerstandsfähig wie die, mineralischer Brillengläser.

 

Unterschiedliche Schliffformen

Einstärkengläser

Ist die Dioptrienstärke des gesamten Glases der Brillengläser identisch, spricht man von Einstärkengläsern. Diese Gläser werden verwendet, wenn die Entfernung, in der eine Korrektur zum scharf Sehen nötig ist, über einen längeren Zeitraum gleich bleibt. Diese Schliffart wird meist für Einstärken-Lesebrillen und Einstärken-Fernbrillen verwendet.

 

Mehrstärkengläser (Bifokal- bzw. Trifokalgläser)

Mehrstärkengläser haben sowohl einen Schliff für den Nahbereich, als auch einen für den Fernbereich. Die Fläche, die dabei im unteren Glasbereich für das Nahsehen eingeschliffen ist, ist durch eine Trennlinie deutlich sichtbar. Trifokalgläser besitzen zusätzlich einen Bereich für die mittlere Entfernung.

 

Gleitsichtgläser

Die Gläser einer Gleitsichtbrille verfügen über verschiedene Bereiche für unterschiedliche Entfernungen. Im Gegensatz zu den Mehrstärkengläsern sind die Übergänge zwischen den unterschiedlichen Dioptrienstärken nicht sichtbar, sondern fließend. Besonders für die ständige Nutzung der Brille und Sehschwächen in mehreren Bereichen eignet sich die Gleitsichtbrille gut.

 

Entspiegelte, polarisierende und selbsttönende Brillengläser

Brillengläser können inzwischen mit verschiedenen Extras ausgestattet werden. Häufig entscheiden sich Brillenträger für entspiegelte Gläser. Diese Verhindern zum einen Reflexionen auf der Oberfläche der Brillengläser, wodurch das Gegenüber einen uneingeschränkten Blick in die Augen des Brillenträgers hat, zum anderen wird der Helligkeitsverlust durch die Spiegelungen verhindert und ein scharfes Blickfeld ermöglicht.

Bei Outdoor Aktivitäten muss sich das Auge häufig den unterschiedlichen Lichtverhältnissen anpassen und ermüdet dabei schnell. Besonders ermüdend sind Reflexionen, die z.B, auf der nassen Fahrbahn, auf Wasseroberflächen oder bei Sonnenstrahlen, die auf Schnee treffen, auftreten. Diese störenden Reflexionen können durch polarisierende Gläser minimiert oder sogar verhindert werden. Die Reflexionen treten auf, wenn unpolarisiertes Licht, also Licht, welches in alle Richtungen strahlt, auf eine glatte Oberfläche trifft. Die Lichtteilchen werden dann in horizontaler und vertikaler Richtung reflektiert und werden dann als polarisiertes Licht bezeichnet. Luftteilchen mit vertikaler Schwingung blenden das menschliche Auge und werden bei den polarisierten Brillengläsern durch eine spezielle Kunsstofffolie herausgefiltert. Auch die Gläser von Sonnenbrillen gibt es in der polarisierenden Variante.

Phototrope Brillengläser tönen sich bei UV-Einstrahlung, verdunkeln sich also von selbst. Treffen keine UV-Strahlen mehr auf die Gläser, hellen sie sich wieder auf. Da die Aufhellung nicht schlagartig sondern langsam abläuft, ist die Sicht bei Betreten eines dunkleren Raums nach der Sonneneinstrahlung jedoch zunächst eingeschränkt.

Welche Brille bei welcher Gesichtsform?

Die Brille ist neben der Funktion der Sehhilfe immer auch ein modisches Accessoire. Bei der großen Bandbreite an Modellen ist es kein Wunder, wenn du bei der Wahl der richtigen Brille überfordert bist. Wenn du dich an ein paar Grundsätze hältst, ist es aber gleich leichter, das passende Design und die richtige Form zu finden. Das Brillengestell sollte von vorne die Breite deines Gesichts haben und generell gilt es, die Form im Kontrast zur Gesichtsform zu wählen: Also eher runde Gestelle bei einem kantigen Gesicht und eher eckige Formen bei einem runden Gesicht.

Gesichtsform Brillengestell
Oval Fast jedes Brillengestell sieht gut aus, eckige Gestelle bilden einen Kontrast, runde lassen das Gesicht weiblicher aussehen.
Rund Das Gestell sollte eher eckig sein und die Kanten gerade.
Eckig Runde Formen lassen das Gesicht weicher wirken. Auch Geschwungene Formen wie die Wayfarer- oder die Cateye-Brille passen gut.
Trapez Ein betonter oberer Rand des Gestells gleicht die Gesichtsform aus.
Herzförmig Geschwungene, weiche Brillengestelle, ähnlich wie bei einem eckigen Gesicht, harmonieren gut.

 

Vollrandbrille

Brillenfassungen, die die Gläser vollständig umschließen, werden als Vollrandbrille oder Vollrahmenbrille bezeichnet. Sie gehören damit zu den klassischen Fassungen und sind sowohl für dünne, als auch dicke Brillengläser geeignet. Zu bekannten Formen zählen die Wayfarer und die Cateye-Brille. Die Wayfarer zeichnet sich dadurch aus, dass die Form leicht nach unten zuläuft, oben also etwas breiter ist, als unten. Die Catyey-Brille gehört zu den extravaganten Brillenfassungen und hat hochgezogene Ecken, die die Augen zusätzlich betonen. Diese Form der Brillenfassung eignet sich für alle Gläser und alle Schliffformen.

 

Halbrandbrille

Die Halbrand- oder Tragrandbrille besitzt entweder nur oben oder nur unten einen Rahmen. Sie wirkt im Gesicht dadurch zurückhaltender und bietet dem Träger eine freiere Sicht. Dünne Gläser machen sich hier besser, als dicke Gläser. Die Schliffform kann frei gewählt werden.

Randlose Brille

Brillen ohne Fassung, randlose oder rahmenlose Brillen genannt, sind besonders unauffällig und ermöglichen die Erfassung des gesamten Gesichtes. Da das Brillengestell wesentlich das Gewicht der Brille bestimmt, sind sie besonders leicht. Die Brillenfassung schränkt die Sicht des Brillenträgers nicht ein, es gibt aber auch weniger Möglichkeiten für modische Akzente. Die Gläser sollten nicht zu dick sein und die randlose Fassung eignet sich für jede Schliffart.

                                                               

Halbbrille

Die typische Lesebrille gehört zu der Kategorie der Halbbrille. Die Gläser sind nur halb so hoch, wie bei den anderen Modellen und durch den breiteren Nasensteg sitzt die Brille weiter unten auf der Nase. Die geringe Höhe, macht ein problemloses Hinwegschauen über die Brillengläser möglich, wenn von der Nahsicht in die Fernsicht gewechselt werden soll. Für diese Fassung werden nur Einstärkengläser verwendet.

 

Materialien für das Brillengestell

Material Eigenschaften
Kunststoff belastbar, modern, vielseitig
Titan leicht, robust, allergenarm
Holz leicht, allergenarm, extravagant
Metall anglebig, zeitlos, hochwertig
Acetat leicht, individualisierbar, hoher Tragekomfort

Brillenglaswerte im Brillenpass

Der Brillenpass enthält die wichtigsten Informationen über die Sehschwäche der Augen und ist wichtig für den Optiker, um die Gläser für den Brillenträger richtig anzufertigen. Neben personenbezogenen Daten werden hier u.a. die Dioptriewerte der Augen dokumentiert.

 

Abkürzungen im Brillenpass:

  • R = rechtes Auge
  • L = linkes Auge
  • N = Nahbrille
  • F = Fernbrille
  • Sph. = Sphäre
  • Zyl./Cyl. = Zylinder
  • A/Ach. = Achse
  • Add. = Addition
  • PD = Pupillenabstand

 

Nahbrille: Für Weitsichtigkeit

Fernbrille: Für Kurzsichtigkeit

Sphäre: Gibt den Dioptriewert der Augen in 0,25er Schritten an. Minus-Werte (-) bedeuten Kurzsichtigkeit, Plus-Werte (+) bedeuten Weitsichtigkeit.

Zylinder: Ein Zylinderwert wird nur bei einer Hornhautverkrümmung angegeben. Durch ihn wird der unebene Bereich der Augen ausgeglichen, um für die Augen wieder eine ebene Fläche herzustellen.

Achse: Die Achse gibt die Richtung an, in die die Hornhautverkrümmung ausgeglichen werden muss. Sie bestimmt damit die Position des Zylinders. Der Wert wird zwischen 0° und 180° in 1er Schritten angegeben.

Addition: Der Additionswert wird nur für die Anfertigung einer Gleitsichtbrille benötigt und gibt die Differenz zwischen den Nah- und Fernwerten an.

Pupillendistanz: Die Pupillendistanz gibt den Augenabstand von der Pupille zur Nasenmitte in Millimetern (mm) an.

 

 

Bildquellen:

  • Bigstock / AlphaC
  • Bigstock / ronstik
  • Bigstock / Rangizzz
  • Bigstock / Vakhrushev Pavel
  • Bigstock / Andrey_Kuzmin
  • Bigstock / MyShotz.com

 


Damit du immer den richtigen Durchblick hast, hat dir Merle aus dem Preis.de Team diesen kleinen Ratgeber verfasst.