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Ratgeber Chronograph

Der ewige Klassiker unter den Uhren

Unter allen Uhrenvarianten ist der Chronograph die Königsklasse. Kaum ein anderer Gegenstand weiß Prestige, Eleganz und Sportlichkeit so zu verbinden, wie die Armbanduhr mit den vielen kleinen Ziffernblättern. Der Name Chronograph setzt sich aus den altgriechischen Wörtern für “Zeit” und “schreiben” zusammen, was seine Funktionen hinreichend beschreibt. Schließlich lässt sich mit dem für Chronographen klassischen Stoppuhrenzeiger die Zeit in gewisser Weise tatsächlich aufschreiben. Eingebürgert hat sich deshalb im Deutschen auch die Umschreibung “Zeitmesser”. Neben diesem charakteristischen Sekundenzählzeiger - der im Übrigen bei Damenmodellen gelegentlich weggelassen wird - sind besonders das analoge Hauptziffernblatt und die kleinen, über das Ziffernblatt verteilten Uhranzeigen ein wichtiges Grundmerkmal. Daher ist es ebenso charakteristisch für einen Chronographen, dass er mehr als nur die aktuelle Tageszeit darzustellen vermag.

Geschichtliche Entwicklung

Geschichtliche EntwicklungDie Form des Chronographen existierte schon vor den Anfängen der Armbanduhr. Bereits zu Zeiten der Taschenuhr wurden die ersten funktionsfähigen Chronographen gebaut. Noch vor den Chronographen waren Chronometer im Einsatz. Dabei handelte es sich um besonders exakte Uhren, die zur damaligen Zeit von Regierungen in Auftrag gegeben wurden. Diese damals praktisch unbezahlbaren Uhren dienten zu Zeiten der Seefahrt im 18. Jahrhundert der genauen Bestimmung der geographischen Lage auf den Weltmeeren. Auch heute erhalten besonders präzise Chronographen, deren Abweichung nicht über einige Sekunden pro Tag hinausgeht, das Zertifikat Chronometer ausgestellt. Dieses wird von einem Observatorium oder einer sogenannten Gangkontrollstelle angefertigt, welche als Prüfstellen für die Genauigkeit und Gangstabilität dient.

Der erste Nachweis eines Chronographen stammt vom Ende des 19. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit war es allerdings nur möglich, jeweils ein Zeitintervall zu messen. Doch die Menschen wollten damals gerne zwei verschiedene Intervalle messen können. Und so hätte dieser besondere Schmuck beinahe seinen Wert als Messanzeiger verloren, wenn nicht bald eine Stoppuhr entwickelt worden wäre, die zwei Zeiger zur Zeitmessung aufwies. Damit war es nun möglich, zwei verschiedene Zeiger gleichzeitig zu starten, aber unabhängig voneinander zu stoppen. Seit den 1930er-Jahren hat sich der Zweidrücker unter den Stoppuhren durchgesetzt. Mit dem ersten Drücker wird die Zeituhr gestartet und gestoppt, mit dem zweiten Drücker wird die Zahl wieder auf den Nullstand gebracht. Die Stoppfunktion dieses ersten Messinstrumentes wurde im Laufe der Zeit stets verbessert und es folgten Weiterentwicklungen, wie beispielsweise der Schleppzeiger im Rattrapante, zu dem du unter “Wissenswertes über Chronographen” mehr Informationen findest. Letztendlich trägst du mit jedem Chronographen ein gutes Stück geschichtliche Entwicklung, die bis in die Industrielle Revolution zurückreicht, am Handgelenk.

Welche Zeiger und Anzeigen finden sich auf dem Ziffernblatt eines Chronographen?

Zeiger und Anzeigen auf dem ZiffernblattDie kleinen Zifferblätter eines Chronographen, auch “Totalisatoren” genannt, können Aufschluss über verschiedene zeitliche Abläufe geben. Standardmäßig werden bei einem mit drei Totalisatoren ausgestatteten Chronographen die Sekunden der aktuellen Tageszeit sowie die verstrichenen Minuten und Stunden des derzeitigen Stoppvorganges dargestellt. Die kleine Darstellung der Sekundenanzeige muss sein, da der bei herkömmlichen Armbanduhren vorhandene große Zeiger nicht zur Verfügung steht, weil er als Sekundenstopp-Zeiger dient. Gleichzeitig ist dieser aber ungeeignet zum Messen längerer Zeiträume, weshalb die anderen beiden Anzeigen notwendig sind. Die Darstellung der Totalisatoren variiert allerdings. So vollziehen manche Totalisatoren beim Stoppen der Zeit die Sekunddrehung mit. Darüber hinaus gibt es auch Totalisatoren, die den Monat oder den Kalendertag anzeigen. Häufiger zu sehen sind zudem Chronographen, die über einen vierten Totalisator zur Bestimmung der Mondphase verfügen, quasi ein Mondkalender. Dies empfinde ich als interessantes Gimmick, wenn du dich für den Nachthimmel interessieren solltest.

Bekannte und berühmte Marken

Teure Chronographen werden in der heutigen Zeit kaum noch wegen ihrer zuverlässigen Arbeitsweise, sondern vielmehr als Statussymbol getragen. Zu den luxuriösesten Marken zählen ohne Zweifel die Genfer-Manufakturen Rolex und Patek Philippe. Als deutsche Edelmarke hat sich A. Lange & Söhne etabliert. Hier kann der Preis gut und gerne über den sechsstelligen Bereich hinausgehen. Im Vergleich dazu sind Chronographen von Breitling oder Omega schon ein ganzes Stückchen preiswerter. Wenn du bereits die Hände über dem Kopf zusammenschlägst, kann ich dich beruhigen, denn es gibt natürlich auch erschwinglichere Modelle.

Chronographen des japanischen Herstellers Seiko erhältst du beispielsweise bereits unter 200 Euro. Der Modekonzern Emporio Armani bietet ebenfalls zahlreiche Modelle im selben Preissegment an. Im Bereich um 100 Euro sind bekannte Uhrenhersteller wie Casio oder Fossil angesiedelt. Für ebenso empfehlenswert halte ich die Chronographen von FestinaBesonders positiv sind mir die Modelle des Herstellers Citizen aufgefallen. Dieser bietet optisch ansprechende Modelle in unterschiedlichen Preislagen. Wenn du nach einem Chronographen im klassischen Design suchst, bist du dort genau richtig. Du siehst, dass du nicht gleich ein Vermögen für den Chronographen eines namhaften Herstellers ausgeben musst.

Quarz- oder Automatikantrieb?

Zwei verschiedene Welten am Handgelenk

Die Frage, ob du dich für eine Quarz- oder Automatikuhr entscheiden solltest, ist schon fast eine Weltanschauung. Ist der Uhrenliebhaber eher an Automatikmodellen interessiert, finden sich in niedrigen Preisgefällen fast ausschließlich Quarzmodelle. Doch wo genau liegt der Unterschied?

Grob gesagt haben Quarzuhren gegenüber Automatikuhren fast nur Vorteile: Sie lassen sich flacher bauen, müssen nicht aufgezogen werden und haben mit weniger Abweichungen zu kämpfen, was zu einer genaueren Zeitangabe führt. Nicht zuletzt ist auch der wesentlich niedrigere Preis ein weiterer Vorteil. Eine Automatikuhr ist wegen ihres Uhrwerkes um einiges empfindlicher, dafür steckt aber auch “echtes Leben” in Mechanikform im Inneren eines Automatik-Chronographen. Hier offenbart sich auch der Grund für den höheren Preis, denn die Herstellung eines solchen Uhrwerkes fällt wesentlich aufwändiger aus, als die Produktion eines Quarzwerkes, welche zumeist preisgünstig in Fernost hergestellt werden.

Muss alle zwei bis drei Jahre eine neue Batterie in eine Quarzuhr eingebaut werden, benötigt ein Automatik-Chronograph diese Energiezelle nicht. Dafür muss er von Hand aufgezogen werden, damit die Feder im Inneren das Uhrwerk antreibt.

Ist eine Reparatur des Uhrwerkes bei Quarzuhren gar nicht oder nur mit hohem Kostenaufwand möglich, sieht dies bei einer Automatikuhr ganz anders aus. Hier lassen sich einzelne Komponenten austauschen und unkompliziert ersetzen. Allenfalls bei älteren Modellen, für deren Uhrwerke keine Ersatzteile mehr hergestellt werden, können bei der Reparatur Probleme auftreten.

 

Hier noch einmal die wichtigsten Merkmale in Kurzform:

Quarzuhrwerk Automatikuhrwerk
  • Genau Zeitanzeige
  • Flaches Gehäuse
  • Niedriger Preis
  • Uhrwerk benötigt keine Batterien
  • Leicht zu reparieren
  • Statussymbol

 

Das passende Uhrwerk für den Alltag

Solltest du deinen Chronographen permanent im Alltag tragen wollen, ist es praktisch nebensächlich, welcher Uhrwerktyp verbaut ist. Die genauere Anzeige eines Quarzuhrwerkes macht sich bei strengen Terminfristen bezahlt oder wenn du darauf angewiesen sein solltest, rechtzeitig am Bahnhof zu sein.

Beim Sport empfehle ich ebenfalls ein Quarzuhr, da ein Automatikuhrwerk, wie bereits beschrieben, anfälliger für Einwirkungen von außen ist. Dazu gehören Bewegungen und Schläge, aber auch Flüssigkeiten können einem mechanischen Uhrwerk schaden. Deshalb ist eine Quarzuhr der bessere Begleiter beim Joggen. Die sportliche Stoppfunktion hast du ohnehin bei beiden Uhrwerken.

Für den lässig-eleganten Alltag, in dem du nicht zwingend punktgenau an Ort und Stelle sein musst und auch nicht zu viel mit den Armen umherwedelst, ist eine schicke Automatikuhr genau richtig.

Weiteres Wissen über Chronographen

Die falsche Vier auf dem Ziffernblatt

Die falsche vier auf dem ZiffernblattAls ehemaliger Lateinschüler ist mir beim Betrachten aller Chronographen eine Unstimmigkeit auf dem Zifferblatt ins Auge gesprungen: Statt der erwarteten IV findet man nämlich nur vier I-Striche auf der Position der Vier. Da wir gelernt haben, dass laut korrekter römischen Zahlenfolge nach der III die IV folgen müsste, habe ich mich auf die Spurensuche bezüglich der seltsam anmutenden IIII begeben.
Zu Zeiten des römischen Reiches galt es als Gotteslästerung die Uhrzeit 4 Uhr als IV darzustellen. Der Grund findet sich in der altrömischen Götterwelt, in der Göttervater Jupiter mit JU beginnt und abgekürzt wird. Geschrieben wurde Jupiter während der Antike im Lateinischen als IVPITER. Deshalb verwendeten die Römer IV nie als Uhrzeit, um nicht den Zorn Jupiters über sich zu bringen. Dies hat sich bis heute gehalten.

Als weiterer Grund wird die Ausgeglichenheit auf dem Ziffernblatt angegeben. Bei vollständiger Angabe mit IIII als vierte Ziffer sind auf beiden Ziffernblatthälften 14 Zahlen vorhanden.

 

Der Rattrapante Chronograph

Neben einem üblichen Chronographen, der es erlaubt, bestimmte Zeitabschnitte einzufangen, existiert noch eine weitere Variante, der so genannte Rattrapante. Der Begriff leitet sich aus dem Französischem vom Begriff 'rattraper' her, was soviel wie 'wieder einfangen' bedeutet. In der deutschen Sprache gibt es dazu auch die Begrifflichkeit einer Stoppuhr mit Schleppzeiger. Was genau ist mit “Schleppzeiger” gemeint? Nun, es handelt sich dabei um einen zweiten Sekundenzeiger, der mit dem gewöhnlichen Start-Stopp-Zeiger parallel mitläuft. Durch das Anhalten dieses Schleppzeigers kann die Zwischenzeit exakt abgelesen werden, ohne dass der Zeitmessvorgang unterbrochen werden muss. Auch diese Chronographen sind in verschiedener Ausführung erhältlich. Dir als Nutzer kann eine solche Funktion beim Messen von Zeitabschnitten helfen, da du so den Überblick nie verlierst.

 

Die Schweiz und ihre ChronographenDie Schweiz und ihre Chronographen

Bis heute sind viele namhafte Chronographen-Hersteller in der Schweiz ansässig. Nicht nur Rolex und Omega, sondern auch Victorinox, Certina, a.b.art und Jaguar stellen ihre Uhren in der Schweiz her. Bis heute steht “Swiss Made” für Qualität und höchste Uhrenmacherfertigkeiten. Nicht selten ist die Inschrift direkt auf dem Ziffernblatt zu finden, manchmal aber auch auf dem Uhrwerk selbst. Tendenziell musst du für eine Schweizer Uhr zwar etwas mehr zahlen, trotzdem bekommst du diese bereits ab 300 Euro. Hier geht alles nach dem Motto “Qualität hat seinen Preis”.

 

 

 

 

Bildquellen:

  • Bigstock/ Flynt
  • Bigstock/ giorgiomtb
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  • Bigstock/ Scanrail
  • Bigstock/ dkART
  • Bigstock/ Larineb
  • Bigstock/ dusipuffi

 


Diesen Text hat Tobi für dich geschrieben. Bei der großangelegten Recherche und dem Schreiben des Textes habe ich selbst Gefallen an Chronographen gefunden und werde mir möglicherweise selbst ein Modell in naher Zukunft zulegen.