Nach oben
zurücksetzen
Sortiert nach: Beliebtheit

 

Anzeige je Seite:


Ratgeber für Ferngläser

 

Wer sich viel in der Natur herumtreibt und dort verschiedenen Hobbys nachgeht, der wird sich das eine oder andere Mal sicherlich ein Fernglas herbei gewünscht haben. Egal ob Angler, Jäger oder Ornithologe – zur genauen Beobachtung seines Ziels bieten sich die Vergrößerungsgläser an, um beispielsweise den Tieren unvergleichbar nah zu sein. Doch auch Wanderer, Hobby-Astronomen oder begeisterte Operngänger wissen ein gutes Fernglas zu schätzen. Aber welches ist das Richtige für meine Zwecke, was muss ich beim Kauf beachten und welche Bedeutung haben denn die ganzen Zahlen, mit denen die Gläser beworben werden?

Diese und weitere Fragen wird dir dieser Ratgeber beantworten. Dabei ist besonders wichtig, dass du deinen Verwendungszweck stets im Auge behältst, denn die vielen Typen unterscheiden sich je nach Sehweite, dem eigenen Bewegungsradius, Handlichkeit sowie der Schärfe. Doch das passende Produkt hängt nicht nur von der Verwendung ab, sondern richtet sich auch nach der Zielgruppe. So benötigen Wanderer oft ein leichteres Fernglas, damit das schwere Gepäck nicht noch zusätzlich erhöht wird. Wohingegen die Kriterien der Sehschärfe und -weite beim Jagen von essentieller Bedeutung sind. Welcher Outdoor-Aktivität du auch hinterhergehst, hier findest du die entsprechenden Informationen und Produkte.

Nach einer kurzen geschichtlichen Auffrischung über die Erfindung und die Entwicklung von verschiedenen Fernglasarten, erhältst du eine Übersicht für welche Verwendungen sich die Gläser anbieten und wo die Unterschiede zwischen den Anforderungen des Gebrauchs liegen.

Geschichte der Ferngläser

Nachdem Fernrohre oder verschiedene andere monokulare Gläser bereits einige hunderte Jahre existierten, die ebenfalls eine Vergrößerung von weit entfernten Objekten oder Landschaften ermöglichten, kam es erst zur Erfindung des Fernglases. Ihre Verwendung fanden die Sehrohre in der Schifffahrt, der Astronomie sowie dem Militär in zahlreichen Kriegen. Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden aus den einfachen Rohren binokulare Gläser. Die Ursachen dieser Erfindung verfolgte allerdings keine wissenschaftliche oder kriegerischen Gründe, sondern dienten einem besseren Blick im Theater. Der Wiener Johann Friedrich Voigtländer erhielt für die innovative Herstellung des Opernglases im Jahre 1823 ein kaiserliches Privileg. Doch da dieses Fernglas eher dem Zweck diente, sich die Bühnen und die aufgeführten Stücke aus dem Publikum näher zu betrachten, waren die Möglichkeiten der Vergrößerung begrenzt.

Ein leistungsfähigeres Modell fand erst am Ende des 19. Jahrhunderts seinen Platz unter den Patentanmeldungen. Dies glückte dem Physikprofessor Ernst Abbe, langjähriger Entwicklungspartner von Carl Zeiss und Angestellter des Konzerns für optische Mechaniken „Zeiss“. Verfügten die Theatergläser noch über keinerlei Prismen, nutzte Abbe diese Technologie für ein Doppelfernrohr. Verglichen mit den damaligen Verhältnissen schaffte diese Erfindung eine weiten Abstand in einer neuen qualitativen Auflösung zu überbrücken und die Objekte scharf darzustellen. Im Jahre 1893 erhielt das Unternehmen das Patent und die ersten Ferngläser gingen in Serienproduktion.

Nur eine kurze Zeit später fand eine andere Technik den Weg in das Fernglas. Der Unternehmer Moritz Hensoldt, der bereits viele Fortschritte auf dem Forschungsgebiet der Optik feiern konnte, setzte eine Dachkonstruktion in die Rohre ein. Durch dieses Dachkant-Prismensystem wurde das Gehäus vom Fernglas schmaler und somit auch bedeutend leichter. Seine Firma „M. Hensoldt & Söhne“ meldeten für die sogenannten Dialyt-Ferngläser 1905 ein Patent an. Noch bis heute bilden die beiden Techniken die Grundvoraussetzungen moderner Varianten. Wobei Hensoldts schlankeres Modell in vielen Bereichen die höhere Beliebtheit erzielt, wird das Prisma-System von Ernst Abbe stärker in der Marine verwendet.

Die verschiedenen Arten von Ferngläsern

Nach dem geschichtlichen Hintergrund erhältst du nun eine Übersicht, welche Typen von Ferngläsern heutzutage verfügbar sind. Je nachdem nach welchem du dich auf der Suche befindest, werden die verschiedenen Eigenschaften der jeweiligen Gläser hervorgehoben. Dabei sind die Variationen der Artikel nach ihrer Verwendung geordnet, damit du schneller zu dem Angebot deiner Wahl gelangst.

 

Opern- und Theatergläser

Ihren Ursprung besitzen die binokularen Gläser in der Betrachtung von der Theater- und Opernkunst. Bereits im frühen 19. Jahrhundert genossen die Zuschauer den detailgetreuen Blick auf die Bühne aus dem Publikum heraus. Bis heute erfreuen sich die Theatergläser einer großen Beliebtheit. Zwar fällt der meist dreifache Zoom deutlich hinter den heutigen Standards ab, aber durch das aufwendige Design, was an den Glanz vergangener Tage erinnert, erhalten die Gläser ihren ganz eigenen Charme.

Die Designerstücke verfügen mit ihren kleineren Maßen und dem eher geringen Gewicht über eine sehr angenehme Handlichkeit und passen in jede Handtasche. Wegen ihrer Verwendung in geschlossenen Räumen wurden die kleinen Ferngläser mit einer recht starken Lichtstärke ausgestattet.

 

Ferngläser für die Jagd

 

Da eine Jagd nicht mit einem speziellen Bewegungsablauf auskommt, gibt es das optimale Jagdfernglas auch nicht. Besonders erfahrene Jäger setzen deshalb auf mehrere Typen, die sie während ihres Abenteuers in das Gepäck mitaufnehmen. Meist wird eines für die Pirsch verwendet, unter dessen ein Anderes seinen Dienst für den Hochsitz erfüllt.

Auf der Pirsch geht es darum, möglichst unbemerkt und schnell sich seinem Ziel der Begierde anzunähern. Mit einem schweren Fernglas, das viele Sonderfunktionen erfüllt, ist dieser Weg ungemein mühsamer. Darum setzen viele Jäger auf ein handliches Modell mit einer maximalen Größe des Objektives von 35 Millimetern. Diese wiegen in der Regel weniger als 500 Gramm und eignen sich daher für die Verfolgungsjagd. Je nach Länge der Strecke, die bis zur Beute absolviert werden soll, reicht auch meist eine 6-fache Vergrößerung vollkommen aus.

Im Gegensatz zur Ansitzjagd zeichnen sich die kleineren Feldstecher für die Pirsch durch ihre leichte Handhabung aus. Auf einem Hochsitz spielt das Gewicht des Modells meist eine untergeordnete Rolle. Eine höhere Bedeutung für diese Form der Jagd erlangen dafür die Kriterien des Zoomfaktors, der Bildstabilisation sowie der Lichtstärke. Um sich einen möglichst genauen Überblick über die Situation zu verschaffen, empfehle ich dir Ferngläser, die einen Durchmesser von 50 Millimetern aufweisen und dir mindestens einen 10-fachen Zoom bescheren. Auch ein Produkt mit Bildstabilisator verhilft dir bei der Jagd zu einem größeren Erfolg. Mit dieser Zusatzfunktion wird das Bild nicht nur schärfer, sondern verhindert durch die Stabilisation einen unruhigen Ausblick – und das ohne ein Stativ. Zwar wiegen diese Geräte um einiges mehr als gewöhnliche Modelle, doch dafür ermöglichen sie dir einen klareren Blick über einen längeren Zeitraum, da der stabile Blick mögliche Ermüdungserscheinungen der Augen entgegenwirkt.

Für einen Ausflug über Nacht bietet sich die Nachtsichtfunktion an. Mit dieser Funktion verlängert sich der Ausflug, weil die Tageszeit und der Sonnenverlauf ausgeglichen werden. Da ein Fernglas mit zusätzlicher Nachtsicht meistens schwieriger zu erstehen ist, kann auch alternativ ein extra Nachtsichtgerät mit eingepackt werden.

 

Kinderferngläser

Unternimmt man einen Tagesausflug an Strand, in die Berge oder in einen Wald zusammen mit seinen Kindern, strotzen diese nur so vor Entdeckungslust und der Suche nach einem neuen Abenteuer. Willst du diese Neugier fördern und überlegst den Kleinen für die nächste Reise ein Fernglas als Geschenk zu besorgen, ist es wichtig, dass du ein speziell für Kinder angefertigten Artikel auswählst, da besonders Kinder unter einem Alter von zehn Jahren noch lange kein ausgewachsenes Gesicht besitzen. Dies macht sich durch den Abstand ihrer Augen deutlich bemerkbar. Bis zu einem bestimmten Alter liegen die Pupillen von Heranwachsenden sogar noch unter 50 Millimetern zusammen. Während Ferngläser für Erwachsene oft einen Augenabstand von mindestens 60 Millimetern entsprechen, fangen die Kinderferngläser meist schon mit einem deutlich geringerem Abstand an. Damit du für deine Kleinen nicht bei jedem Wachstumsschub ein neues, größeres Modell benötigst, sind viele dieser Produkte mit einem variablen Klappsystem ausgestattet, dass mit den Kindern sozusagen mitwächst.

 

Beobachtung des Sternenhimmels

Für eine Nacht unter den Sternen zusammen mit seiner Liebsten oder um den Himmel gemeinsam mit Freunden zu erkunden, können auch Ferngläser behilflich sein. Dabei eignen sich jedoch nur extrem leistungsstarke Gläser, da die Entfernung sonst zu groß ist. Daher sollte der Zoom mindestens einen Faktor von 25 betragen. Erfahrene Sternbeobachter setzen dazu noch auf Objektive mit einem 50 Millimeter großen Mindestdurchmesser. Da die Lichtverhältnisse in der Nacht die meiste Zeit sehr schwierig sind, solltest du für diese Verwendung auf eine hohe Lichtstärke achten. Ansonsten ist diese Tageszeit für ein anderes Produkt oftmals zu dunkel. Des Weiteren musst du dir für dieses Hobby gegebenenfalls ein Stativ mitnehmen, weil diese großen Ferngläser ein hohes Gewicht aufweisen und sich die Zeitspanne meist über mehrere Stunden erstreckt. Sofern dir das Bild nicht ausreicht und du gerne noch näher an die vielen Himmelskörper heranreichen möchtest, bilden Teleskope und Spektive eine stärkere Alternative.

 

Wandern und Ausschau halten

Weitere beliebte Outdoor-Aktivitäten sind sowohl das Wandern als auch die einfache Beobachtung der Natur. In dem Rucksack für deine nächste Wanderung sollte sich neben einem Kompass auch ein Fernglas befinden. Gerade bei Wanderurlauben kommt man an oft an Stellen und Wegen vorbei, bei denen ein näherer Blick durchaus lohnenswert ist. Das Problem das passende Glas zum Wandern zu finden, ist allerdings der Zwiespalt aus Leistungsstärke und Gewicht. Um seinen Blick beispielsweise über ein Gebirge schweifen zu lassen, empfiehlt sich mindestens ein 10-facher Zoom. Viele dieser Varianten wiegen hingegen oftmals reichlich viel und nehmen mit ihren umfänglichen Maßen weiteren Raum in der Tasche ein. Daher nehmen viele Hersteller extra für das Wandern ausgelegte Produkte in ihr Sortiment mit auf.

Einen ähnlichen Zweck wie die Wanderferngläser müssen die Modelle zur Naturbeobachtung ebenfalls erfüllen. Beobachtet man gerne Tiere in ihrem natürlichem Umfeld, muss man sich nicht nur leise und unbemerkt verhalten, sondern auch einen gewissen Abstand wahren. Um die Handlungen bei einer Vogelbeobachtung möglichst genau zu verfolgen, benötigst du auch hier eine ähnliche Vergrößerung des Bildes wie beim Wandern. Des Weiteren spielen die Kriterien der Bildqualität sowie der Schnellfokussierung eine entscheidende Rolle, um auch die Flüge der Vögel in einer scharfen Sicht zu erleben.

 

Vor- und Nachteile der Fernglastypen

In der folgenden Tabelle erhältst du eine Schnellübersicht über die Vorzüge und die Schwächen von den jeweiligen Arten der Ferngläser und welche Kaufkriterien bei den verschiedenen Aktivitäten eine wichtige Rolle spielen:

 

Fernglastyp Vorteile Nachteile
Opernglas

Hohe Lichtstärke

Schickes Design

Handliche Größe

Niedrige Vergrößerung

Keine Stabilisation
Jagdfernglas für die Pirsch

Schnellfokussierung

Angenehmes Handling

Günstigere Jagdvariante

Geringe Vergrößerung

Kleines Objektiv
Jagdfernglas für den Hochsitz

Gute Vergrößerung

Bildstabilisator

Eventuelle Nachsichtfunktion

Hohes Gewicht

Schwieriges Handling

Kostspielig
Astronomie-Fernglas

Extrem leistungsstark

Zoom

Lichtstärke

Objektivgröße

Teure Ausführungen

Aufwändiger Transport
Ornithologie-Fernglas

Transportfähig

Schnellfokussierung

Kein Bildstabilisator

Leistungsfähige Modelle erhöhen das Gewicht

Vertrauen in die beständigen Marken

Viele der heute noch aktiven Hersteller bieten seit einem sehr langen Zeitrahmen bereits ihre Ferngläser an. Während Zeiss sich bereits im 19. Jahrhundert ihr Patent sichern konnten, gehören die optischen Hilfen seit 1947 in die Produktpalette von Steiner und seit 1949 von Swarovski. Diese etablierten Marken forschen und entwickeln ihre Artikel über einen großen Zeitraum, dass jüngere Unternehmen oftmals nicht mit den Innovationen und Qualität mithalten können. Daher ist der Griff zu einem dieser Hersteller fast schon bedenkenlos, solange die Produkte erschwinglich sind. Aber auch folgende Unternehmen bieten hochwertige Ferngläser an, die zu empfehlen sind:

Standardmäßige und zusätzliche Funktionen

Objektivdurchmesser, Vergrößerungszahl, Lichtstärke

Die verschiedenen Modelle tragen bereits im Namen mehrere Zahlen in sich. Ein Beispiel für diese Bezeichnungen ist das „Ranger Xtreme 10x42“. Doch was bedeuten die Zahlen, die die Ferngläser kennzeichnen?

Die Antwort ist dabei simpel und aussagekräftig zugleich. Die erste Zahl gibt die Stärke der Vergrößerung an, während die Zweite den Durchmesser des Objektives wiedergibt. Bei diesem Beispiel verfügt das Produkt über ein Objektiv mit der Größe von 42 Millimetern mit einem 10-fachen Zoomfaktor. Viele der Vergrößerungsraten sind auf den jeweiligen Verwendungszweck der Angebote bezogen. Benötigst du im Theater nur einen besseren Blick auf das Geschehen, geben dir die meisten Ferngläser einen 3-fachen Zoom. Einen weiten Ausblick auf Gebirge oder Seen erhältst du mit einer 10-fachen Vergrößerungsrate, während für die Beobachtung von Sternen von Experten meist eine höhere Angabe empfohlen wird.

Mit diesen Angaben lassen sich allerdings auch andere Kennzahlen bestimmen. So zum Beispiel auch die Lichtstärke. Diese sorgt dafür, dass du selbst bei einer Abenddämmerung noch über einen natürlichen Ausblick auf dein jeweiliges Umfeld erfreuen kannst. Dieser Wert errechnet sich aus dem Quadrat des Quotienten des Objektives und der Vergrößerung. Der Quotient im Beispiel beträgt 4,2 (42 / 10 = 4,2), demzufolge bietet dir das Modell eine Lichtstärke von 17,64. Die meisten Werte liegen ungefähr in diesem Bereich der Lichtstärke. Da Theatergläser meist über eine geringe Vergrößerungszahl verfügen, bieten sie eine hohe Lichtstärke. Zum Beispiel bietet ein Opernglas mit den Werten 3x25 eine Stärke von 69,4. Daher sind die Gläser in dunklen Räumen äußerst effizient.

 

Bildstabilisator

Eine echte Besonderheit stellt die Funktion der Bildstabilisation dar. Mit dieser Funktion reduziert sich die Unschärfe während hektischer Bewegungen und lässt dich einfacher auf einen bestimmten Fleck schauen. Allerdings erschwert sich mit dieser Zusatzfunktion das Gewicht gewaltig und benötigt zudem noch Batterien. Dafür liefern sie ein klares, unverwackeltes Bild über einen längeren Zeitraum ohne Stativ, wenn du mit den Nachteilen leben kannst.

 

Entfernungsmesser

Eine weitere Zusatzfunktion nimmt ein Entfernungsmesser ein. Mit dieser Möglichkeit lässt sich die Distanz bis zu deinem Ziel genauestens bestimmen. Diese Funktion ist besonders bei Jägern beliebt, da sie die Entfernungen auch bei bewegenden Objekten auf unbekannten Terrain angibt. Dies geschieht mit der Einbindung nicht sichtbarer Laserstrahlen, die die Distanz bis zum Auftreffen der Impulse auf den Boden oder eines anderes Zieles misst. Da hierfür die neueste Technologie benötigt wird, sind diese Entfernungsmesser indessen mit hohen Kosten verbunden, die sich nicht für jeden auszahlt.

 

 

 

Bildquellen:

  • Bigstock/ avemario
  • Bigstock/ borzywoj2
  • Bigstock/ f9photos
  • Bigstock/ dolgachov
  • Bigstock/ nata_zhekova
  • Bigstock/ Olegkalina
  • Bigstock/ www.BillionPhotos.com
  • Bigstock/ VladNikon

 


Um dir einen weiten Überblick über die Angebote zu verschaffen, hielt Malte lange nach geeigneten Ferngläsern mit ihren speziellen Funktionen und Verwendungen Ausschau.