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Ratgeber Hängematte

Südamerika ist die Heimat der Hängematte. Mit einer Hängematte holst du dir nicht nur ein Stück des farbenfrohen Kontinents zu dir nach Hause, sondern vor allem das Lebensgefühl Lateinamerikas. In einer Hängematte liegend, leicht schaukelnd, in den Himmel blickend und träumen. Gibt es eine bessere Art zu entspannen und die Seele baumeln zu lassen? Aber nicht nur im Freien kannst du die Vorzüge dieses Entspannungsliege genießen, auch in deiner Wohnung kann sie zu deinem neuen Lieblingsort werden. Wer einmal eine Hängematte in seinem Wohnzimmer hatte, wird diese nie mehr missen wollen. Damit du viele entspannte Stunden mit ihr verbringen kannst, habe ich dir in diesem Ratgeber zusammengefasst, welche Arten von Hängematten und Hängesesseln es gibt, wie du diese am besten Aufhängen kannst und was du noch alles für den Kauf wissen musst.

Geschichte der Hängematte

Die Geschichte der Hängematte reicht weit in die Vergangenheit zurück. Wie weit genau kann dabei allerdings nicht bestimmt werden. Das liegt vor allem daran, dass Hängematten schon immer aus Materialien gefertigt wurden, die verrotten, was archäologische Funde daher so gut wie unmöglich macht. Sicher ist, dass die Hängematte durch die Entdecker der Neuen Welt - Kolumbus und Amerigo Vespucci - ihren Weg nach Europa fand. Hinweise auf die Existenz der Hängematte vor der Entdeckung Amerikas liefert einzig eine Votivhängematte, die aus Golddraht besteht. Ihr Ursprung wird auf die Zeit zwischen 700 und 1500 n.Chr. geschätzt. Vermutet wird, dass die Hängematte zu Zeiten der Maya zum Transport hochrangiger Persönlichkeiten auf Kriegszügen genutzt wurde und in ihr Hof gehalten wurde. Darauf schließen lässt ein Tongefäß, welches solch eine Szene abbildet.

Das Wort Hängematte ist auf das Material frühester Hängematten zurückzuführen. Diese wurden aus der Rinde des Hamack-Baumes zu Netzen gesponnen. Die Taino, frühere Antillenbewohner, bezeichneten die Hängematte daher als hamaka und so wurden die ersten Hängematten in Deutschland Hamach oder Hamaco genannt. Da dieses Wort für die deutsche Sprache sehr fremd klang, kam es zu der Wortangleichung des ähnlich klingenden Wortes Hängematte. Das Material wurde später durch Sisal und schließlich durch Baumwolle ersetzt. Die frühen netzartigen Exemplare wurden dabei nicht nur als Schlafstätte, sondern auch zum Fischfangen genutzt. Besonders praktisch waren sie auch für Seeleute, die in ihnen den idealen Schlafplatz fanden. Wurde die Hängematte nicht gebraucht, konnte sie leicht verstaut werden.

 

Die Hängematte als Inspiration

Die Hängematte ist in zahlreichen Kunstwerken zu finden. Zu einem der berühmtesten Werke gehört der Kupferstich America von Jan van der Straet, auch bekannt als Stradanus. Der Stich wird auf die Zeit 1575 bis 1580 datiert und zeigt den Kaufmann, Seefahrer und Entdecker Amerigo Vespucci bei seiner Landung in der Neuen Welt. Der Namensgeber des Doppelkontinents Amerika unterhält sich dabei mit einem Eingeborenen, der auf einer Netz-Hängematte sitzt. Dieser Kupferstich wurde zu einem Symbol für die Entdeckung der Neuen Welt.  

Vor allem Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Hängematte von vielen Künstlern als Motiv aufgegriffen, wobei sich zumeist europäisch aussehende Frauen in ihnen räkeln. So etwa in Gustave Courbets Werk Le Reve von 1844. Aber nicht nur die bildende Kunst scheint Inspiration in der Hängematte zu finden. Ein berühmtes Gedicht von James Wright trägt den Namen Lying in a Hammock at William Duffy’s Farm in Pine Island (In einer Hängematte auf William Duffy’s Farm in Pine Island liegend). In diesem Gedicht beschreibt Wright, was er an einem späten Sommer Nachmittag in einer Hängematte liegend wahrnimmt. Einen Schmetterling, Kuhglocken, Pferdemist und eine Hühnerhabicht, bis er sein Gedicht überraschend mit den Worten “I have wasted my life” (Ich habe mein Leben vergeudet) abschließt.

Over my head, I see the bronze butterfly,

Asleep on the black trunk,

Blowing like a leaf in green shadow.

Down the ravine behind the empty house,

The cowbells follow one another

Into the distances of the afternoon.

To my right,

In a field of sunlight between two pines,

The droppings of last year´s horses

Blaze up into golden stones.

I lean back, as the evening darkens and comes on.

A chicken hawk floats over, looking for home.

I have wasted my live.

Die Hängematte für den Outdoor-Urlaub

Hast du schon einmal darüber nachgedacht, in deinen Outdoor-Urlaub eine Hängematte statt eines Zeltes mitzunehmen? Was im ersten Moment vielleicht komisch klingt, ist bei genauerer Betrachtung und dem Vergleich der Vor- und Nachteile eine ernstzunehmende Alternative. Zwischen zwei Bäume gespannt musst du so nicht auf einer wenig komfortablen Unterlage, beispielsweise einer Isomatte schlafen und der Schlaf in einer Hängematte soll zudem tiefer und erholsamer sein. Dies soll an dem Wohlgefühl liegen, dass der den Körper umgebende Stoff in Verbindung mit den leichten Schaukelbewegungen erzeugt und an den Schlaf eines Babys in den Armen der Mutter erinnern lässt. Die leicht angehobene Position der Beine und Füße sorgt zudem für einen besseren Kreislauf.

Vorteile einer Hängematte gegenüber einem Zelt
  • kein Schlafen auf hartem Untergrund
  • kein Kontakt zum evt. kalten Boden
  • kein Zerstören und Plattdrücken von Waldflächen
  • kompakter, leichter und besser zu Transportieren
  • schnellerer Aufbau
  • weniger gut erreichbar für krabbelnde Insekten
  • gesündere Liegeposition, da sie der Wirbelsäule besser angepasst ist

 

Verschiedene Materialien einer Outdoor-Hängematte

Das Material einer Outdoor-Hängematte sollte mit besonderem Bedacht gewählt werden. Eine klassische Hängematte aus Baumwolle ist zwar atmungsaktiv und bequem, jedoch nicht sehr witterungsbeständig. Baumwolle ist daher ein ungeeignetes Material im Outdoorbereich und sollte nur bei einer Überdachung oder für den Drinnengebrauch verwendet werden. Leinenmaterial ist zwar besonders resistent, allerdings trocknet es nicht besonders schnell und ist somit auch eine eher ungünstige Wahl. Bewährt hat sich bei den Reise-Hängematten daher vor allem Fallschirmseide. Diese wird aus Nylon-Trilobal hergestellt und vereint alle positiven Eigenschaften, die eine Outdoor-Hängematte besitzen sollte:

  • geringes Gewicht
  • äußerst robust
  • wasserabweisend
  • trocknet schnell
  • wenig schmutzanfällig
  • pflegeleicht
  • atmungsaktiv
  • reißfest
  • weich
  • platzsparend

Vor allem für Backpacker, die besonders auf jedes Gramm Gepäck achten, ist Fallschirmseide ideal. Ein weiterer Pluspunkt ist außerdem die Größe, denn zusammengefaltet benötigt eine Hängematte aus Fallschirmseide gerade mal so viel Platz wie eine 0,7 Liter Trinkflasche. Neben den Eigenschaften der verschiedenen Stoffe solltest du aber auch auf deine persönlichen Vorlieben achten, denn schließlich sollst du dich in deiner Hängematte wohlfühlen und erholsame Nächte verbringen.

 

Weitere wichtige Kriterien für den Kauf einer Outdoor-Hängematte

Hast du dich für dein Lieblingsmaterial entschieden, solltest du dir als nächstes über die richtige Größe Gedanken machen. Hierbei gilt, Erwachsene benötigen eine andere Größe als Kinder und: Je größer, desto bequemer. Bedenke aber, dass eine größere Hängematte auch immer mehr Platz im Gepäck benötigt und ein höheres Gewicht mit sich bringt. Auch wie robust eine Hängematte ist, schlägt sich in ihrem Gewicht nieder. Je nach Größe und Material gibt es immer eine maximale Belastbarkeit und diese ist in der Regel bei einem höheren Gewicht auch höher. Gegenüber Stoffhängematten sind Netzhängematten deutlich stabiler, die Netzstruktur kann bei längerem Liegen allerdings für machen unangenehm werden. Befindet sich dein Reiseziel in einer tropischen Gegend, lohnt sich eine Hängematte mit einem integrierten Moskitonetz.

Lateinamerikanische Produktion

Die brasilianische Hängematte

Aus der brasilianischen Kultur ist die Hängematte nicht wegzudenken. Neben Musik, Tanz und Fußball sind sie der Inbegriff des brasilianischen Lebensgefühls. Besonders im Nordosten des Landes, in dem es auch zahlreiche Produktionsstätten für Hängematten gibt, findet sich kaum ein Haushalt ohne dieses Entspannungs-Möbel. Geschätzt wird außerdem, dass etwa 20 Millionen Brasilianern die Hängematte Nacht um Nacht als Bett dient. Das Besondere an den brasilianischen Exemplaren sind dabei die Zierborten und Makramees. Diese werden in einer traditionellen Knüpftechnik meist von Frauen angebracht.

 

 

 

Die kolumbianische Hängematte

Auch in Kolumbien gehört die Hängematte für viele Menschen als Bett oder Entspannungsmöglichkeit zum Alltag. Und das nicht nur an den karibischen Küsten. Auch die Bewohner des Anden-Hochlandes wissen die gespannten Tücher zu schätzen. Die Hängematten werden nach traditionellem Kunsthandwerk hergestellt und zeichnen sich durch hochwertig gewebten Stoff aus. Die Farben und Muster der kolumbianischen Hängematten sind genauso vielfältig wie die Kulturen und Landschaften des Landes. Wenn du es gerne bunt magst, sieh dich also bei den farbenfrohen gestreiften Hängematten aus kolumbianischer Produktion um.

Die Hängematte richtig aufhängen

Wie du deine Hängematte richtig aufhängst, hängt davon ab, wie groß sie ist und wo du sie aufhängen möchtest. Generell gilt aber, je besser sie durchhängen kann, desto bequemer kannst du in ihr liegen. Willst du deine Hängematte zwischen zwei Bäume spannen, benötigst du zwei Seile, die du um die Stämme schlingen kannst. Der Abstand zwischen den Bäumen sollte etwa drei Meter betragen. Ist der Abstand zu groß, kannst du die Hängematte mit zusätzlichen Seilen verlängern. Als Richtlinie kannst du dir eine normal gebogene Banane vorstellen. Deine Hängematte sollte in unbelastetem Zustand etwa diese Form haben, dann ist die perfekt angebracht.

Soll die Aufhängung nicht zwischen zwei Bäumen sondern zwischen zwei Wänden erfolgen, benötigst du entsprechende Wandhaken. Zudem solltest du unbedingt darauf achten, dass du massive und tragende Wände wählst. Ist das nicht möglich, etwa weil es sich um ein älteres Haus handelt, gibt es spezielle Haken mit mehreren Bohrlöchern. So wird das Gewicht auf mehrere Dübel verteilt und du kannst sicher sein, dass die Wand dich trägt.

 

 

 

 

 

Hängematte Maximale Personenanzahl Mindestbreite in cm Abstand der Aufhängung in cm Höhe der Aufhängung in cm
Familien-Hängematte 3 180 mind. 360 mind. 160
Doppel-Hängematte 2 160 mind. 310 mind. 140
Single-Hängematte 1 140 mind. 270 mind. 120

 

Richtig liegen in der Hängematte

Für einen optimalen Liegekomfort ist die richtige Hängung deiner Hängematte wichtig, denn nur wenn sie tief durchhängt hast du es so richtig bequem. Dabei liegst du in einer Hängematte niemals gerade, sondern stets diagonal. Damit das möglich ist, braucht die Hängematte eine gewisse Breite. Daher gilt, je breiter der Stoff, desto gemütlicher ist die Liege. Die diagonale Liegeweise ist dabei nicht nur gut für deine Rückenstruktur, der Stoff öffnet sich so durch den Körper und du hast einen freien Blick.

Weitere Hängemattenarten

Die Stab-Hängematte

Neben den Tuch-Hängematten gibt es auch noch die Stab-Hängematten. Die Spreizstäbe an beiden Seiten des Stoffes verhindern, dass dich der Stoff umhüllt. Je nach Zweck und Vorlieben gibt es dabei gewisse Vor- und Nachteile. Da du in einer Stab-Hängematte anders als in einer Tuch-Hängematte längsgerade und nicht diagonal liegst, benötigst du weniger Platz zu den Seiten. Die Seeleute machten sich diese Tatsachen zu Nutzen, denn an Bord kam es auf jeden Zentimeter Platz an. Durch diese Liegeweise ist eine Stab-Hängematte allerdings auch wesentlich instabiler und kippelt leichter. Das liegt daran, dass das Körpergewicht durch die Spreizstäbe anders verteilt wird. Willst du dich im Garten oder auf dem Balkon bräunen ist diese Art Hängematte genau das Richtige für dich, da die Spreizstäbe den Stoff auseinander halten und es somit keinen lästigen Schattenwurf gibt.

Beachte, dass du eine Stab-Hängematte gänzlich anders aufhängst als eine Tuch-Hängematte: Nämlich gestrafft. Denn hier gilt: Je straffer, desto bequemer. Damit einher geht ein größerer Abstand der Aufhängepunkte.

 

Der Hängesessel

Im Gegensatz zur Hängematte braucht ein Hängesessel nur einen Aufhängepunkt, wodurch er platzsparender ist. Der Haken zur Aufhängung wird dabei in der Zimmerdecke angebracht. Gibt es bei dir keine Möglichkeit den hängenden Stuhl auf diese Weise aufzuhängen, kannst du ein Hängesessel-Gestell dazu kaufen. Dieses nimmt allerdings auch wieder etwas mehr Platz ein.

 

Weitere Hängematten

Neben den bisher aufgeführten Variaten ist die Netz-Hängematte ebenfalls weit verbreitet. Wie der Name schon sagt, besteht diese aus einer Netzstruktur und nicht aus einem Tuch. Das macht sie widerstandsfähiger aber dafür auch unbequemer. Denn die einzelnen Fäden des Netzes drücken sich nach einer Zeit unangenehm in deinen Körper. Je feiner die Netzstruktur jedoch ist, umso höher ist der Liegekomfort. Ein entscheidender Vorteil dieser Hängematten ist, dass du sie das ganze Jahr draußen hängen lassen kannst.

Eine weitere beliebte Hängematte ist die Doppel-Hängematte. Diese ist besonders breit und daher auch für zwei Personen geeignet. Für eine einzelne Person ist sie durch die enorme Breite besonders gemütlich.

 

Hängematten-Zubehör

Fehlt es in deinem Garten an geeigneten Bäumen zum Aufhängen deiner Hängematte, schau dich doch mal bei unseren Hängematten-Gestellen um. Neben den klassischen Gestellen aus Metall gibt es auch die optisch etwas schöneren Exemplare aus Holz.

Pflege einer Hängematte

Damit du viele Jahre in deiner Hängematte entspannen kannst, musst du diese natürlich regelmäßig pflegen. Im Gegensatz zu Polstermöbeln kannst du eine normale Tuch-Hängematte aus Baumwolle oder anderem Stoff dabei ganz einfach in der Waschmaschine waschen. Beachte dafür die Waschanleitung des Herstellers. Stab-Hängematten sind nicht für die Maschinenwäsche geeignet, einer Handwäsche steht aber nichts im Wege. Den geringsten Pflegeaufwand benötigt eine Netz-Hängematte.

Kuriositäten über die Hängematte

Der Hängematten Tag

Feier- beziehungsweise Ehrentage gibt es für Vieles auf dieser Welt, so auch für die Hängematte. Der Tag der Hängematte oder auch Hammock Day wird am 22. Juli gefeiert. Ein perfektes Datum also für dich, um so richtig abzuhängen.

Die Hydro-Hängematte

Es gibt sie wirklich: Die mobile Badewanne in Form einer Hängematte. Diese sogenannte Hydro-Hängematte besteht aus einem synthetischen Kunstgewebe und kann von bis zu zwei Personen gleichzeitig benutzt werden. Das Gewebe ist besonders reißfest und hält neben dem Gewicht zweier Personen zusätzliche 190 Liter Wasser aus. Für ein Bad in der Hydro-Hängematte reichen aber bereits lediglich 75 Liter Wasser aus. Echt sparsam also. Die Erfindung von Benjamin Frederick kann dank eines mobilen Wasserheizers auch bei niedrigen Temperaturen im Freien genutzt werden. Wer hat nicht schon einmal davon geträumt, die Gemütlichkeit einer Hängematte in Verbindung mit einem warmen Bad im Winterwald zu genießen?

Das Hängematten Café

In Tokio kannst du das einzigartige Mahiko Mano Hammock Café besuchen. Das Besondere daran? Statt mit herkömmlichen Sitzgelegenheiten ist diese Café einzig mit Hängesesseln und Hängematten ausgestattet. So lässt sich der gemütliche Nachmittag im Café noch grandioser verbringen.

 

 

Bildquellen:

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  • Bigstock/ CandyBox Images

 


Für einen entspannten Nachmittag in der Hängematte solltest du mit diesem Ratgeber von Merle bestens gewappnet sein. Als glückliche Hängemattenbesitzerin hat sie dir hier die wichtigsten Informationen zusammengefasst, sodass deinem Kauf nichts mehr im Wege steht.