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Ratgeber Heilpflanzen

Wissenswertes über Heilpflanzen

Die Arznei, die aus dem Garten kommt, ist allgemein auch als Heilkräuter oder Drogenpfpflanze bekannt. Heilpflanzen werden als Rohstoff für Phytopharmaka verwendet, viel bekannter ist ihr Gebrauch allerdings in der Zubereitung von Tee, Badezusätzen oder in der Herstellung von Kosmetika. Wobei natürlich immer noch gilt, dass es bei der Unterscheidung von Gift oder Heilmittel vor allem auf die Dosis ankommt. Wo Droge anfängt und aufhört wird spätestens dann fragwürdig, wenn man bedenkt, dass Genussmittel wie Kafee, Tee und Tabak früher als Heilkräuter galten, bevor sie Teil des alltäglichen modernen Lebens wurden.

Geschichte heilender Pflanzen

Bei den ältesten uns bekannten Jägern und Sammlern wurden Rezepte und der heilende Umgang mit Pflanzen mündlich von Generation zu Generation weiter gegeben. So wurden etwa bei der berühmten Mumie Ötzi Birkenporlinge gefunden, die er nach allgemeiner Auffassung als Heilmittel bei sich trug. Alle großen Kulturen der Welt, in Babylonien, Ägypten, Indien und China, wiesen in Texten den Anbau von Heilkräutern nach. Das berühmte Papyrus Ebers, das in vor tausenden von Jahren in Ägypten verfasst wurde, gilt als das älteste Zeugnis medizinischer Bemühungen, systematisch Pflanzen in Haus&Garten zu medizinischen Zwecken anzubauen. Im heutigen Deutschland veröffentlichte Leonhard Fuchs in der Mitte des sechzehnten Jahrhundert mit seinem Neuen Kräuterbuch das erste einflussreiche Kräuterbuch für seine deutschen Leser. Zusammen mit ihm zählt auch der Schweizer Johann Künzle als Kräuterpfarrer zu den Wegbereitern der modernen Phytotherapie.

Heutiger Anbau und Gebrauch

Auch die hochmoderne Pharma-Industrie ist sich heutzutage der enormen Heilkraft aus dem Garten bewusst und sieht in der Pflanzen-Vielfalt ein enormes Potential für die Entwicklung neuer Medizin. Die nur spärlich erforschte Flora der Urwälder, sowie das enorme Wissen der traditionellen chinesischen Medizin, versprechen dabei noch immer riesige Potentiale. Was früher noch die Beschäftigung von Bauernfamilien gewesen ist, die Subsistenzwirtschaft betrieben, wird heute von hochmodernen Industriezweigen verarbeitet. Gleichzeitig können die Heilpflanzen und -Kräuter aber auch nach wie vor noch unter kontrollierten Bedingungen zu Hause im Garten angepflanzt oder wild wachsend im Wald gesammelt warden. In Deutschland werden nur etwa 0.1% der gesamten Anbaufläche für den Anbau von Heilpflanzen genutzt, insgesamt mehr als 90% der verwendeten Heilpflanzen werden hingegen aus dem Ausland importiert. Nur etwa 75 Arten werden dabei in Deutschland angebaut, wobei im Bundesgebiet mehr als 400 medizinisch heilende Pflanzen benutzt werden.

Gutes oder schlechtes Gift?

Berühmt-berüchtigt sind Pflanzen wie der Rote Fingerhut aus dem Herzglycoside gewonnen werden können, oder das Echte Johanniskraut, das als Antidepressivum Verwendung findet. Echter Beinwell soll hingegen bei Knochenbrüchen helfen. Bekannt ist dabei das die Heilpflanzen eine Menge von Stoffen enthalten, die unterschiedlich und eventuell auch gegensätzlich wirken können. Eine Pflanze kann dadurch sowohl gegen Krebs wirken, als auch krebsverursachend gelten. Da das Klima, die Region und die Umstände der Verarbeitung sehr stark variieren können, sind Heilpflanzen teilweise nur schwer zu standardisieren, was ihnen im Gegensatz zu synthetisch hergestellter Medizin als Nachteil angerechnet wird. Die Diskussion darum, ob es sich bei den heilenden Effekten von Pflanzen nur um Placebo-Effekte oder um eine medizinisch tatsächlich nachweisbare Heilung handelt, kann dagegen weitestgehend von wissenschaftlichen Studien entkräftet werden.