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Ratgeber Kontaktlinsen

 

Kontaktlinsen dienen, genau wie eine Brille, der Korrektur von Kurz- und Weitsichtigkeit und haben gegenüber einer Brille eine Vielzahl von Vorteilen. Weder beschlagen sie beim Temperaturwechsel, noch werden sie bei Regenwetter nass oder fallen beim Sport von der Nase und gehen kaputt. Vor allem aber ermöglichen Kontaktlinsen eine uneingeschränkte Sicht und eignen sich insbesondere für Menschen mit einer starken Sehschwäche. Dennoch sollten Kontaktlinsen nie aufs Geratewohl gekauft werden, sondern erfordern eine fachmännische Anpassung. In unserem Ratgeber möchte ich dir die Unterschiede zwischen den einzelnen Kontaktlinsen und den verschiedenen Tragezeiten näher bringen und dir die Begriffe und Abkürzungen, mit denen man als Laie zunächst nicht viel anfangen kann, näher bringen.

Die Anpassung von Kontaktlinsen

Bevor man sich Kontaktlinsen kauft, ist es unbedingt erforderlich sich von einem Augenarzt, einem Optiker oder einem Optometristen untersuchen und beraten zu lassen. Da es sich bei Kontaktlinsen um ein medizinisches Gerät handelt, ist es wichtig, sich die Kontaktlinsen anpassen zu lassen, damit sie wirklich für deine Augen geeignet sind und nicht am Ende mehr schaden als helfen. Zum einen unterscheiden sich die Werte einer Brille von den Kontaktlinsenwerten und zum anderen muss sowohl das Auge als auch der Tränenfilm untersucht werden. Die individuelle Form des Auges und der Tränenfilm sind relevant für die Entscheidung der richtigen Kontaktlinsen. Nicht jeder Mensch kann jede Kontaktlinse tragen, einige Menschen kommen sogar überhaupt nicht dafür in Frage Kontaktlinsen zu tragen. Wenn du bereits Kontaktlinsenträger bist, solltest du dennoch regelmäßig mindestens einmal im Jahr die Augenwerte und den Sitz der Kontaktlinsen überprüfen lassen, da sich die Werte im Laufe der Zeit ändern können.

Begriffe und Abkürzungen

AX, AXIS: steht für Achse und gibt den Grad der Hornhautverkrümmung an. Der Wert der Verkrümmung kann zwischen 0 und 180° liegen. Der Wert der Hornhautverkrümmung wird nur bei torischen Kontaktlinsen mit Korrektur der Sehstärke verwendet.

Add: gibt die zusätzliche Stärke für die Korrektur der Weitsichtigkeit bei Bifokallinsen an. Bifokale Kontaktlinsen korrigieren sowohl Weitsichtigkeit als auch Kurzsichtigkeit. Der Wert liegt in der Regel zwischen +1,00 Dioptrien und +3,00 Dioptrien.

BC: gibt den Wert der Basiskurve beziehungsweise des Radius an. Dieser Wert bezeichnet die Krümmung der Linse. Der Wert liegt in der Regel zwischen 8,0 Millimetern und 9,5 Millimetern.

Cyl.: steht für Cylinder. Der Wert gehört mit dem Wert der Achsenverkrümmung zusammen und wird ebenfalls nur bei torischen Linsen angegeben. Der Wert gibt den Bereich der zusätzlichen Stärke für die Korrektur der Hornhautverkrümmung an und liegt in den meisten Fällen Im Bereich zwischen -0,50 Dioptrien und -3,00 Dioptrien.

DIA: steht für engl. “diameter”; bezeichnet den Durchmesser der Kontaktlinse.

Dicke: die Dicke der Kontaktlinse ist vom Rand zum Zentrum hin unterschiedlich. Während bei einer Kurzsichtigkeit die Kontaktlinse zum Rand hin dicker wird und im Zentrum dünner ist, sind Kontaktlinsen für Träger, die eine Weitsichtigkeit korrigieren müssen, in der Mitte dicker und werden zum Rand hin dünner.

Dk: steht für Diffusion. Der Begriff Diffusion stammt aus der Physik und beschreibt den Prozess, bei dem zwei oder mehrere Stoffe sich mit der Zeit vollständig gleichmäßig verteilen und durchmischen. In der Regel ist dies hauptsächlich bei Flüssigkeiten und Gasen der Fall. Für das menschliche Auge spielt dieses Prinzip eine wichtige Rolle bei der Versorgung des Auges mit Sauerstoff über den Tränenfilm auf der Oberfläche. Der Dk-Wert der Kontaktlinse gibt an, inwiefern die Kontaktlinse den Sauerstoffaustausch gewährleistet. Ein Wert über Dk=90 kann in der Regel als gut angesehen werden. Lass dich hier aber auf jeden Fall beraten.

dpt: Diese Abkürzung steht für Dioptrie(n). Die Dioptrie Ist eine festgelegte Maßeinheit für den Brechwert optischer Systeme. Der Wert ist als Kehrwert der Längeneinheit Meter definiert und wird hauptsächlich im Bereich der Augenoptik genutzt, um eine Fehlsichtigkeit zu messen.

Positive Werte bezeichnen eine Hyperopie, also eine Weitsichtigkeit und negative Werte bezeichnen eine Myopie, eine Kurzsichtigkeit.

DW: Die Abkürzung “DW” steht für den englischen Begriff “daily wear”. Kontaktlinsen mit dieser Bezeichnung sind demnach Tageslinsen.

EW: Ebenfalls eine englische Abkürzung. “EW” steht für “extended wear” – Kontaktlinsen mit dieser Bezeichnung eignen sich für eine besonders lange Tragezeit.

FTW: Auch dies ist eine englische Abkürzung.”FTW” steht für “full-time wear” – Diese Kontaktlinsen sind für das Tragen bei Tag und Nacht geeignet.

Hornhautverkrümmung

Der Begriff Hornhautverkrümmung, in der Fachsprache auch “Astigmatismus” genannt, ist ein Brechungsfehler des Auges. Wenn das Auge von einer Hornhautverkrümmung betroffen ist, dann kann es die eintreffenden Lichtstrahlen nicht wie fokussiert in einem Punkt auf der Netzhaut bündeln. Stattdessen werden die Lichtstrahlen in einer Brechlinie abgebildet.

OD: Die Abkürzung für den lateinischen Begriff “Oculus dextrus”, bedeutet “rechtes Auge”.

OS: Die Abkürzung für den lateinischen Begriff “Oculus sinister”, bedeutet “linkes Auge”.

SPH, SF: Sind die geläufigen Abkürzungen für den Begriff “Sphäre”. Der sphärische Wert gibt die Stärke der Korrektur an und wird in der Einheit Dioptrien angegeben.

Wassergehalt

Der Wassergehalt ist in Verbindung mit dem Dk-Wert wichtig, um den Tragekomfort und die Sauerstoffdurchlässigkeit der Linse zu definieren. Ein höherer Wassergehalt bedeutet auch eine höhere Sauerstoffdurchlässigkeit.

Die unterschiedlichen Linsentypen

Es gibt unterschiedliche Kontaktlinsentypen, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. Aus diesem Grund ist es wichtig, bei der Anpassung genau zu sagen, wie oft man Kontaktlinsen tragen möchte und für welche Gegebenheiten es einem besonders wichtig ist, beispielsweise Sport oder dergleichen. Je nach dem wie du vor hast die Linsen zu nutzen, also ob du nur Gelegenheitsnutzer oder Alltagsträger werden willst, gibt es unterschiedliche Varianten von Kontaktlinsen, die sich in ihren Eigenschaften und im Tragekomfort je nach Anwendung unterscheiden.

 

Unterschied in der Materialbeschaffenheit

Harte (formstabile) Kontaktlinsen

Der Durchmesser von harten Kontaktlinsen liegt üblicherweise bei 8 bis 10 Millimetern und sie schwimmen, anders als weiche Kontaktlinsen, beweglich auf dem Tränenfilm. Die Sauerstoffverträglichkeit liegt durch die Entwicklung und Verbesserung der Kunststoffe heutzutage bei 30 bis 100 Dk. Die Sauerstoffversorgung des Auges kann also hinreichend  durch die Linse direkt zur Hornhaut stattfinden. Ein Nachteil der harten Kontaktlinsen ist der, dass Alterungsprozesse die Form der Linse beeinträchtigen können und die verformte Linse die Hornhaut schädigen kann.

 

Weiche Kontaktlinsen

Im Gegensatz zu harten Kontaktlinsen sind weiche Kontaktlinsen biegsam und flexibel. Sie sind so geformt, dass sie sich der Hornhaut anpassen und sich regelrecht an dieser festsaugen. Der Rand der Linse liegt bei geöffneten Augen unter dem Rand des Lids und der Durchmesser der Linse beträgt zwischen 12 und 16 Millimetern. Die Tragedauer weicher Kontaktlinsen variiert zwischen Tages-, Monats- oder Jahreslinsen.

Silikonhydrogellinsen

Heutzutage sind auch Kontaktlinsen auf dem Markt zu finden, die auch über Nacht im Auge bleiben können. Um das zu erreichen, bedarf es einer höheren Sauerstoffdurchlässigkeit, die mit Hilfe von Silikonhydrogel erzielt werden kann. Das Silikonhydrogel besteht aus Wasser, einem hydrophilen und sauerstoffundurchlässigen Polymer und einem hydrophoben hochsauerstoffdurchlässigen Silikonpolymer. Diese Verbindung ist so hocheffektiv, dass Dk-Werte über 100 erreicht werden können und die Linsen teilweise einen ganzen Monat unterbrechungsfrei getragen werden können.

Hydrogellinsen

Hydrogellinsen, zählen ebenfalls zu den weichen Linsen, die aus einer Verbindung aus Wasser und einem hydrophilen Polymer bestehen. Das Polymer in der Verbindung ist nicht sauerstoffdurchlässig, der Sauerstofftransport findet ausschließlich per Diffusion über das enthaltene Wasser statt. Die Sauerstoffdurchlässigkeit bei dieser Art Kontaktlinsen liegt in der Regel im Bereich von 30 Dk.

Hybridkontaktlinsen

Der Name Hybrid legt es schon nahe, diese Kontaktlinsen sind eine Kombination aus formstabilen, harten Linsen und weichen Kontaktlinsen. Diese Kontaktlinsen vereinen den Tragekomfort von weichen Kontaktlinsen mit den Vorteilen harter Kontaktlinsen.

 

Unterschied in der Funktion

Torische Kontaktlinsen

Die torischen Kontaklinsen dienen der Korrektur einer Hornhautverkrümmung (Astigmatismus). Neben dem Dioptrienwert müssen zusätzlich auch noch Werte für Achse und Zylinder angegeben werden, denn erst durch die zylindrischen Parameter wird die Hornhautverkrümmung ausgeglichen und somit wieder das optimale Sehen gewährleistet.

Bifokale Kontaktlinsen

Die bifokalen Kontaktlinsen werden manchmal auch progressive Kontaktlinsen genannt. Sie dienen zur gleichzeitigen Korrektur von Myopie und Hyperopie, sie müssen also gleichzeitig eine Kurzsichtigkeit als auch eine Weitsichtigkeit korrigieren.

Kosmetische Kontaktlinsen

Diese Art von Kontaktlinsen hat keinen medizinischen Nutzen, sie dienen lediglich dekorativen und kosmetischen Zwecken. Insbesondere zum Karneval oder zu Halloween sind diese Kontaktlinsen gerne als Ergänzung eines Kostüms der Renner. Einige Menschen tragen aber auch gern farbige Kontaktlinsen um ihre Augenfarbe zu verändern.

 

Unterschied in der Tragezeit

Tageslinsen

Tageslinsen werden, wie der Name schon sagt, nur einen Tag lang getragen und werden anschließend entsorgt. Sie sind für Menschen gedacht, die nicht täglich Kontaktlinsen tragen wollen, sondern nur und hin wieder. Dennoch sind Tageslinsen nicht für jeden geeignet, da es sie vorwiegend in Standardgrößen und Stärken gibt. Die Dicke und der Rand der Linsen kann bei empfindlichen Augen ebenfalls zu Problemen führen.

Wochenlinsen

Wochenlinsen werden alle zwei Wochen gegen neue Kontaktlinsen ausgetauscht und eignen sich insbesondere für Personen, die häufiger als nur tageweise Kontaktlinsen tragen wollen, jedoch zeitweise auch eine Brille als Sehhilfe benutzen und nicht dauerhaft Kontaktlinsen tragen.

 

 

Monatslinsen

Monatslinsen eignen sich besonders gut für Leute, die ihre Kontaktlinsen täglich tragen wollen. Diese Linsen haben eine höhere Haltbarkeit als Wochen- und Tageslinsen und können bis zu vier Wochen getragen werden. Auch Monatslinsen sollten allerdings nicht länger als einen Monat getragen werden, da nach diesem Zeitraum ihre Sauerstoffdurchlässigkeit stark nachlässt. Monatslinsen müssen über Nacht in einem geeigneten Behälter, gefüllt mit spezieller Kontaktlinsenflüssigkeit, aufbewahrt werden. Diese Flüssigkeit hält die Linsen nicht nur feucht, sondern desinfiziert sie auch.

Jahreslinsen

Jahreslinsen sind in der Regel stark an den Träger angepasst und kann vom Träger bis zu einem Jahr getragen werden. Insbesondere für Personen mit Astigmatismus, einer Hornhautverkrümmung, eignen sich Jahreslinsen. Die gute Sauerstoffdurchlässigkeit und der kleine Durchmesser sorgen für einen optimalen Feuchtigkeitshaushalt und einen guten Sauerstoffaustausch. Jedoch sollten nur Personen mit einer stabilen Sehschwäche zu diesen Linsen greifen und nicht Personen bei denen sich die Sehstärke noch oft verändert. Vor allem formstabile Kontaktlinsen sind als Jahreslinsen zu bekommen, dennoch gibt es auch weiche Jahreslinsen.

Die Hygiene

Das Tragen von Kontaktlinsen erfordert ein hohes Maß an Hygiene. Vor dem Einsetzen und dem Herausnehmen der Linsen sollten die Hände immer gründlich gewaschen werden. Auch sollten die Kontaktlinsen nie mit Wasser gereinigt werden, sondern immer nur mit dafür vorgesehenen Reinigungsmitteln. Bei der Reinigung geht es vor allem um den Schutz der Augen, denn sind die Kontaktlinsen dreckig oder gar mit Bakterien oder Viren infiziert, führt nur eine Desinfektion mit der richtigen Lösung zur Reinigung der Kontaktlinse. Weiterhin sollten Kontaktlinsen ausschließlich in dafür vorgesehenen Behältern aufbewahrt werden. Bei Nichteinhaltung der Hygienemaßnahmen und der falschen Lagerung kann es zu einer Beeinträchtigung der Gesundheit der Augen kommen. Insbesondere besteht die latente Gefahr einer Bindehautentzündung.

 

Bindehautentzündung

Eine einfache akute Bindehautentzündung kann durch eine mechanische Reizung entstehen. Kontaktlinsenträger, die die Hygienevorschriften einhalten, minimieren das Risiko einer Bindehautentzündung ungemein. Vor allem sollte die angegebene Tragedauer nicht überschritten werden. Im Falle einer Bindehautentzündung kommt es im Allgemeinen zu einer starken Rötung, Jucken, Brennen, verklebten Augen beim Aufwachen und zu einer Schwellung der Augenlider. Treten eine oder mehrere der Symptome auf, sollten die Kontaktlinsen auf jeden Fall vorsorglich aus dem Auge genommen werden und die Augen sollten ein paar Tage geschont werden.

 

 

 

Bildquellen:

  • Bigstock/ Yastremska
  • Bigstock/ 5 second
  • Bigstock/ kadmy
  • Bigstock/ revers

 


Diesen Ratgeber hat Max für dich verfasst, dein Kategoriemanager für die Kategorie Kontaktlinsen und selbst seit Jahren Kontaktlinsenträger.