Nach oben
zurücksetzen
Sortiert nach: Beliebtheit

 

Anzeige je Seite:


Ratgeber Nachtsichtgeräte

Wissenswertes über Nachtsichtgeräte
Wer den Film ?Das Schweigen der Lämmer gesehen hat, weiß, was ein Nachtsichtgerät ist. Ein Nachtsichtgerät ermöglicht das Sehen in der Dunkelheit. Anders als in dem Film werden die Geräte hauptsächlich von Naturbeobachtern, Jägern und auch der Polizei sowie dem Militär eingesetzt.
Doch wie ist es möglich, in der Dunkelheit zu sehen? Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Bei einer wird das vorhandene schwache Licht durch einen Restlichtverstärker genutzt. Eine andere Möglichkeit ist die Umwandlung von unsichtbarer Infrarotstrahlung in sichtbares Licht über eine Bildwandlerröhre oder einem Halbleiterbildsensor oder auch die Visualisierung von der Infrarotstrahlung der Objekte selbst mit Hilfe einer Wärmebildkamera. Diese Wärmebildkameras werden vor allem zur Suche von Vermissten oder auch Flüchtigen in Helikoptern eingesetzt. Vom Aussehen her ähneln diese Geräte den Ferngläsern, funktionieren aber anders.

Entwicklung der Geräte
Die Bildwandler und Restlichtverstärker werden in sogenannte Generationen unterteilt, die von der Generation 0 bis 4 reichen. Die Generation 0, die mit Infrarot-Umwandlern arbeitet, ist seit circa 1940 bekannt und wurde vielfach in Militärfahrzeugen im zweiten Weltkrieg eingesetzt.
Die Geräte der Generation 1 arbeiten mit Bildwandlerröhren nach dem Invertprinzip und werden meist mit Infrarotbeleuchtung, die für das menschliche Auge unsichtbar ist, eingesetzt. Die 1er-Generation eignet sich aufgrund ihrer Größe nicht für den handlichen Einsatz und wurde vornehmlich in Panzer eingebaut. Während diese Generation noch eine Lebensdauer von 1000-2000 Stunden aufwies, hielt die Generation 2 schon die doppelte Dauer, die Generation 3 sogar bis zu 15.000 Stunden.
Der Unterschied der zweiten Generation im Vergleich zu der Ersten liegt in dem zusätzlichen Einsatz von einer Mikrokanalplatte zwischen der Fotokathode und dem Bildschirm, die eine bis zu 20.000fache Restlichtverstärkung ermöglicht. Diese Mikrokanalplatten, die für jeden Bildpunkt (Pixel) einen Sekundärelektronenvervielfacher darstellen, wurden in den Geräten der dritten Generation noch weiterentwickelt und erreichen dank dem Einsatz von Galliumarsenid eine 50.000fache Restlichtverstärkung.
Die neueste der Generationen, die Generation 4, ist momentan noch dem Militär vorbehalten und auf dem Markt noch nicht frei erhältlich.

Aktueller Stand und Einsatzmöglichkeiten
Auf dem Markt erhältlich sind aktuell die Geräte der ersten bis dritten Generation. Die Geräte für den privaten Gebrauch sind meist in monokularer oder binokularer Form von Ferngläsern erhältlich, die sich, je nach Modell auch auf dem Kopf befestigen lassen. Neben dem Einsatz in der Dunkelheit lassen sich die Nachtsichtgeräte oder auch Infrarot-Kameras auch bei schlechten Sichtbedingungen wie Nebel einsetzen.
Im Militärbereich sind die Geräte um einiges weiter ausgereift, um diese an die verschiedensten Situationen anzupassen. So gibt es einerseits die Einaugenspäher und andererseits diejenige, die am Helm befestigt werden oder auch in der Hand als Fernglas Einsatz finden.

Ausblick
Die Nachtsichtgeräte für den privaten Bereich werden immer weiterentwickelt, vor allem im Bezug auf die Größe und Handlichkeit. Zudem werden in immer mehr Kameras als auch Videokameras Infrarotstrahlungen eingesetzt, vor allem in Überwachungskameras, um nächtliche Unruhestifter oder potenzielle Einbrecher aufzuspüren und zu entlarven.
Die Wärmebild-Nachtsichtgeräte werden, nicht zuletzt aufgrund der hohen Kosten, noch hauptsächlich von der Polizei oder der Bundeswehr eingesetzt. Während Nachsichtgeräte allgemein schon für unter hundert Euro zu ergattern sind, muss man bei Wärmebildkameras schon mehrere tausend Euro entbehren können.
Zu einer der neuesten Innovationen auf dem Gebiet der Nachtsichtgeräte gehört der Einsatz von Millimeterwellenstrahlung anstelle der Infrarotstrahlung. Damit können sogar dünne Wände durchdrungen werden.
Big Brother is watching you – dieser Satz wird immer mehr Realität. Nicht mehr nur tagsüber gelingt die Überwachung per Videokamera, auch nachts ist diese aufgrund der Nachtsichtgeräte möglich. Hoffentlich bleiben wenigstens die heiligen vier Wände? verschonnt.