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Ratgeber Sandalen für Kinder

Die Sandale, die als älteste Form der Fußbekleidung gilt, kommt wohl nie aus der Mode. Und auch für Kinder ist sie ein ideales, leichtes Schuhwerk für wärmere Tage. Gerade bei Kleinkindern gibt es bei dem Kauf von Sandalen allerdings einiges zu beachten, damit den kleinen, noch etwas unsicheren Füßen genug Halt geboten wird. Welche Sandalen Arten es gibt, wann sie sich eignen und was du noch alles über Kindersandalen wissen musst, habe ich dir in diesem Ratgeber zusammengefasst.

Die Geschichte der Sandale

Die älteste Sandale der Welt wird auf ein Alter von 10.000 Jahren geschätzt. Ihr Fundort liegt in dem heutigen US-Bundesstaat Oregon. Das Wort Sandale stammt dabei von dem griechischen Wort für Riemenschuh ab und eben dort in Griechenland fand die Sandale auch ihren geschichtlichen Höhepunkt. Die Griechen unterschieden zwischen der Fußbekleidung aus Blättern und Zweigen, die von Philosophen und Schauspielern getragen wurden, sowie einer Art Schuh-Sandale, die als cothurnus bezeichnet wurde und sich an den Füßen von Jägern, Reitern und anderen Autoritäten fand. Die Ägypter fertigten ihre Sandalen aus Palmenblättern und Papyrus und können so auch heute noch in Museen bewundert werden. Die Sandale zählt ohne Frage zu einem der vielfältigsten Schuhmodellen. Die unendlichen Variationen des beliebten Sommerschuhs sind auf die verschiedensten Kulturen zurückzuführen, die allesamt mit viel Kreativität Sohlen entwickelten, die mit Hilfe von Riemen und anderen Halterungen an dem Fuß befestigt werden.

Verschiedene Sandalen Modelle

Bei den Sandalen Modellen für Kinder wird hauptsächlich zwischen offenen und geschlossenen Sandalen unterschieden. Geschlossene Sandalen sind dabei solche, die den Fuß an den Zehen und der Ferse umschließen und so schützen, während sie an den Seiten und im oberen Bereich Riemen aufweisen. Diese Art Sandalen eignen sich gut für Babys und Kinder im Alter von 2 bis 4 Jahren, da den noch etwas unsicheren Füßen so mehr Stabilität geboten wird. Für die ersten Laufsandalen ist außerdem zu beachten, dass sie bis über die Fußfessel geschnitten sind und am Knöchel eng anliegen. Ist das nicht der Fall, drohen die Füße beim Gehen rauf- und runterzurutschen.

Bei Kindern im Alter zwischen 4 bis 5 Jahren kommen dann auch offene Sandalen in Frage. Die Füße benötigen dann nicht mehr so viel Schutz. Dennoch ist es sinnvoll, für Kinder zwischen 4 bis 7 Jahren ein Modell zu wählen, das an der Ferse geschlossen ist. Welche Varianten von Sandalen es sonst noch gibt, habe ich dir in der folgenden Tabelle zusammengefasst:

Modell Eigenschaften

Sandalette

  • feine Sandalen mit filigranen Details
  • können einen Absatz haben und sollten dann von deinem Kind nur für sehr kurze Laufzeiten getragen werden

Flip Flops

  • besitzen einen Zehensteg
  • sind aus wasserunempfindlichem Kunststoff
  • bieten dem Fuß wenig Halt
  • erst ab einem sicheren Laufalter geeignet

Zehentrenner

  • besitzen einen Zehensteg
  • sind anders als Flip Flops nicht aus Kunststoff
  • können weitere Riemen aufweisen
  • erst ab einem sicheren Laufalter geeignet

Pantolette

  • Schlupfschuhe, die hinten offen sind
  • besitzen einen breiten Riemen über dem Fußrücken

Clogs

  • entenschnabelförmige Schuhe mit Löchern
  • bestehen aus Kunststoff
  • sind wasserfest

Worauf du beim Kauf achten solltest

Kaufst du Schuhe für dein Kind, solltest du immer im Hinterkopf haben, dass 98 Prozent aller Kinder gesunde Füße haben, wohingegen dies bei Erwachsenen nur auf 40 Prozent zutrifft. Fehlstellungen entstehen häufig durch falsche oder nicht passende Schuhe in der Kindheit. Zu meinen, das Kind würde schon merken wenn ein Schuh nicht passt, ist dabei ein Trugschluss. Das Nervensystem der Kinderfüße ist noch nicht ausreichend entwickelt, um eine falsche Größe zu erspüren. Daher ist es besonders wichtig, dass du die richtige Schuhgröße für dein Kind ermittelstWie du das am besten herausfindest kannst, kannst du in unserem Ratgeber für Sportschuhe für Kinder nachlesen.

 

 

Weiterhin solltest du auf folgende Aspekte achten:

  • die Zehen benötigen genügend Platz, die Sandale sollte daher nicht zu schmal sein
  • Kinderfüße wachsen recht schnell, Kinderschuhe sollten daher etwa 12 Millimeter länger gekauft werden
  • damit sich der Fuß uneingeschränkt bewegen kann, sollte die Sandale keine Einlagensohlen, keine dicken Polster und keine Stützen aufweisen
  • damit der Schuh nicht scheuert, sollte er weich von innen sein
  • achte auf eine hohe Stabilität der Sandale, denn sie muss auch dem Toben und Spielen standhalten
  • der sichere Halt der Sandale sollte durch einen Klettverschluss oder einen festen, verstellbaren Riemen gewährleistet sein
  • die Sohle sollte ein gutes Profil aufweisen, damit die Rutschgefahr für dein Kind möglichst gering ist
  • einer hoher Preis steht nicht automatisch für hochwertigere Sandalen
  • Sandalen mit Absatz sind für Kinder ungeeignet und sollten höchstens für minimale Laufzeiten getragen werden

 

Das Material

Sandalen sind in der Regel Schuhe, die durch ihren offenen Schnitt für eine gute Belüftung der Füße sorgen. Trotzdem spielt das Material auch hierbei eine große Rolle. Clogs zum Beispiel, die komplett aus Kunststoff bestehen, lassen die Füße schneller schwitzen, als Sandalen aus einem atmungsaktiven Material. Das Material sollte einen optimalen Feuchtigkeitsaustausch gewährleisten, damit sich die Füße deines Schützlings in den neuen Sandalen wohlfühlen können. Auch die Flexibilität des Materials sollte gegeben sein, sodass es sich den Füßen anpasst. Achte daher beim Kauf auf die Beweglichkeit und Dehnbarkeit des Materials und darauf, ob es sich weich und geschmeidig anfühlt. Leder erfüllt in der Regel all diese eben genannten Eigenschaften. Dennoch ist bei Leder Vorsicht geboten, denn wird dieses mit Chrom gegerbt, kann das gesundheitsschädliche Chrom VI entstehen. Chrom VI kann nicht nur Krebs erregen, sondern auch Allergien auslösen. Welche weiteren Gefahren in Kinderschuhen stecken können und was du darüber wissen solltest, kannst du im folgenden Abschnitt nachlesen.

 

Chemikalien in Kindersandalen

Bei der Gerbung der rohen Tierhäute zu Leder kommen meist Chrom-III-Salze zum Einsatz. Chom-III-Salze sind an sich ungefährlich, allerdings können sie Chrom VI als Verunreinigung enthalten. Zudem kann sich das giftige Chrom VI noch lange nach der Herstellung in chromgegerbtem Leder bilden. Schuld daran können neben Fehlern beim Gerben, unzureichender Nachbehandlung des Leders sowie falschem Chemikalieneinsatz auch lange Transportwege sein. Denn verweilen die Lederwaren für längere Zeit in Containern mit einer hohen Luftfeuchtigkeit und einer hohen Innentemperatur, begünstigt das die Entstehung von Chrom VI. Doch selbst Alterungstests, die diesen Prozess simulieren, sind keine Garantie. So konnte Ökotest 2013 in Kinderschuhen Chrom VI nachweisen, die zuvor beim Alterungstest des Herstellers keine erhöhten Werte aufwiesen. Um sich also vor Chrom VI zu schützen, sollte beim Kauf von Schuhen auf chromgegerbtes Leder verzichtet werden.

Pflanzlich gegerbtes Leder ist eine Alternative, der Preis dieser Produkte ist dabei etwas höher und die Farbe löst sich oft schnell ab. Wer also auf Lederschuhe für sein Kind setzt, sollte lieber einen höheren Preis und ein Abfärben in Kauf nehmen, als schädliches sich Sandalen mit Chrom VI ins Haus zu holen.

Der giftige Stoff kann trotz Söckchen über den Schweiß auf die Haut gelangen. Bei häufigem Kontakt mit zu hohen Mengen an Chrom VI kann der Mensch eine Allergie entwickeln und in Folge dessen bei kleinsten Chromatmengen allergische Reaktionen auf der Haut vorfinden. Die Allergie bleibt dabei ein Leben lang bestehen. Um chromfreies Leder zu erkennen, kannst du zum Beispiel auf Siegel achten. Hierfür gibt es das ECARF-Siegel der Europäischen Stiftung für Allergieforschung sowie das Siegel “IVN zertifiziert Naturleder”, das von dem Internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft vergeben wird. Bei einigen Herstellern kannst du dir sicher sein, dass sie auf chromgegerbtes Leder verzichten. Allerdings solltest du auch bei diesen weitere Schadstoffbelastungen ausschließen können. So konnte Ökotest (2013) etwa bei Kinderschuhen des Herstellers Pololo, die sowohl mit dem ECARF, als auch dem IVN-Siegel zertifiziert sind, erhöhte Werte an Anilin nachweisen. Dabei handelt es sich um einen Farbstoffbestandteil, der als krebserregend verdächtigt wird.

Hersteller, die auf chromgegerbtes Leder verzichten

Anna und Paul Die handgemachten Krabbel- und Lauflernschuhe von Anna und Paul stammen aus Köln. Im Ökotest (2011) konnte ihr Modell als einziges mit der Note “gut” abschneiden. Anna und Paul setzen auf hochwertiges, weiches Naturleder.
Pantolinos Die Manufaktur mit Sitz in Buchholz an der Aller verarbeitet ausschließlich pflanzlich gegerbtes, besonders haut- und umweltverträgliches Leder. Dieses wird regelmäßig getestet und wurde bereits mehrfach zertifiziert.
Soccci Die Orthopädieschuhemacher aus der Steiermark verstehen sich als Spezialisten für gesunde Füße. Für die Herstellung ihrer Lauflernschuhe verwenden sie Qualitätsbioleder, das besonders atmungsaktiv und hautverträglich ist.
Schnegg-Schnack Die Manufaktur aus dem Oberallgäu stellt ihre Krabbelschuhe aus biologischem Ecopell-Leder her. Die Schühchen können dabei maßgefertigt werden. Um eine größtmögliche Passgenauigkeit zu ermöglichen hat die Inhaberin ein Baukastensystem entwickelt, nachdem du die Füße deines Kindes vermessen kannst.

Badesandalen

Um die Füße deines Sprösslings auch am Strand optimal zu schützen, gibt es praktische Badesandalen. Diese sind aus wasserfestem Material und schützen nicht nur vor Muscheln und Steinen sondern auch vor heißem Sand. Die Badesandalen können dabei ohne Bedenken auch im Wasser getragen werden. Wichtig bei diesen Sandalen ist, dass sie gut und vor allem fest am Fuß sitzen, damit sie auch beim Toben im Wasser am Fuß halten. Außerdem sollte die Sohle rutschfest sein, damit die Badesandalen auch bedenkenlos im Freibad oder im Hallenbad getragen werden können. Allerdings solltest du auch bei diesen Tretern ganz genau auf die enthaltenen Schadstoffe achten. Bei getesteten Kinderclogs im Jahr 2009, fand Ökotest polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), die als krebserregend, erbgutverändernd und fruchtschädigend gelten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bildquellen:

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Zwischen welchen Sandalen du dich entscheiden kannst und wie du am besten schadstofffreie Schühchen findest, hat dir Merle in diesem Ratgeber zusammengetragen.