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Ratgeber für Stoppuhren

 

Die genaue Zeit einzuschätzen, ist in einigen Lebenssituationen sehr viel wert. Seien dies sportliche Wettkämpfe, beim Kochen oder für wissenschaftliche Experimente. Zwar genügen in den meisten Fällen gewöhnliche Armbanduhren, jedoch ist bei der Messung eines exakten Zeitabstandes eine Stoppuhr unvermeidlich. Stoppuhren sind seit jeher in jedem Leichtathletikverein vertreten und finden auch immer wieder in der Schule beim Sportunterricht ihre Verwendung, wie zum Beispiel bei den allseits beliebten Bundesjugendspielen.

 

Die erste Stoppuhr entwickelte der Franzose Nicholas Rieussec im Jahr 1821, der diese Funktion zum Messen der Geschwindigkeit von Pferden nutzte. Seither entstanden verschiedene Typen sowie eine breite Auswahl an Herstellern von Stoppuhren. Dabei bieten die Standardausführungen einer Stoppuhr zumeist die folgenden Funktionen:

  • Start
  • Runde/ Zwischenstopp/ Split
  • Stopp
  • Reset/ Nullstellung

Die Funktion für einen Zwischenstopp wird besonders häufig beim Wettkampftraining für verschiedene Laufdisziplinen verwendet. So bietet sich hier sowohl die Möglichkeit die Streckenzeit mehrerer Läufer zu vergleichen, als auch die einzelnen Runden eines Läufers bei einer längeren Strecke abzuspeichern. Welche anderen Möglichkeiten Stoppuhren noch bieten können und auf welchen Gebieten diese zum Einsatz kommen, erfährst du in diesem Ratgeber.

Verschiedene Arten der Stoppuhren

Mechanische Stoppuhr

Wer in seiner Schulzeit noch das Vergnügen eines etwas älteren Sportlehrers hatte, dem dürften die mechanischen Stoppuhren auch ein Begriff sein. Denn diese Lehrer schwören ihren alten Uhren meist ihr gesamtes Berufsleben die Treue. Das durchschnittliche Zifferblatt der Stoppuhren weist eine Größe von ca. 55 mm auf. In der genauen Aufteilung dieses Zifferblattes variieren jedoch die vielen Hersteller ihre Produkte. Die beiden häufigsten Aufteilungen sind die Modelle mit einer speziellen 1/10 Sekunden sowie mit einer 1/ 100 Sekunden Anzeige. Je nachdem welche Zeitspannen bemessen werden, eignen sich die zwei Darstellungen zur punktgenauen Abnahme. Aufpassen solltest du jedoch bei diesen Uhren bei Langstreckenläufen, da viele alte analoge Stoppuhren nur eine Maximaldauer von 15 bis 30 Minuten einer Messung anbieten. Wer bei sich auf dem Dachboden oder durch eine Erbschaft ein älteres Modell einer solchen Stoppuhr vorfindet, das noch funktionstüchtig arbeitet, sollte sich bei Sammlern über einen Verkauf informieren, da diese durchaus bei einem guten Erhalt von Qualität und Funktionsweise noch viel wert sein können.

 

Digitale Stoppuhr

Der Siegeszug des digitalen Zeitmessers begann in den 1970er Jahren. Statt eines Zifferblattes und Uhrzeiger ist auf einer Digitalstoppuhr nur noch ein LCD-Display zu finden. Neben mehrerer Funktionen und niedrigeren Kosten bieten die Digitaluhren vor allem einen präzisere und einfacheren Service als noch die mechanischen. Anders als bei seinen Vorgängern ist die LCD-Anzeige nicht auf eine bestimmte Dauer begrenzt, sondern die Zeit kann theoretisch mehrere Tage einfach durchlaufen. Doch auch wenn die Messungen genauer und präziser sind, so liegt noch immer bei einer gewöhnlichen Anwendung eine Ungenauigkeit des Zeitabnehmers vor. Experten schätzen diesen Fehler, der aufgrund der Reaktionszeiten von Menschen bedingt ist, auf ungefähr 0,1 bis zu 0,4 Sekunden. Was im normalen Alltag überhaupt keine Rolle spielt, erweist sich beispielsweise beim 100-Meter-Lauf als folgenschwer, zählt hier doch jede Hundertstelsekunde. Eine weitere Fehlerquelle können bei Temperaturempfindlichkeiten von Quarzuhren auftreten. Diese liegen allerdings mit einer Spanne von 0,01 und 0,1 Sekunden in der Stunde in einem noch kleineren Bereich.

Erst mit der Einführung von digitalen Stoppuhren wurden die heutigen Standardfunktionen für die Anwendungen etabliert. Mussten die mehreren analogen Anzeigen erst zusammengezählt werden, ist auf den Digitaldisplay die genaue Zeit schon auf den ersten Blick schnell ersichtlich.

 

Chronographen

Wenn die Funktion des Zeitstoppens in Armbanduhren integriert ist, so nennen sich diese Uhren heutzutage Chronographen. Diese meist sehr edlen Stücke bieten durch die Aufteilung ihres Ziffernblattes oft sehr viele Anzeigen, von denen eine die Möglichkeit der Messung eines bestimmten Zeitintervalls darstellt. Im Gegensatz zu den Stoppuhren ist dies jedoch nur noch eine Zusatzfunktion. Die Hauptfunktion eines Chronographen liegt heute in der Anzeige der entsprechenden Uhrzeit.

Die meisten Chronographen stellen heute nur noch ein Luxusgut dar – die vielen Funktion werden für gewöhnlich kaum noch bei diesen Uhren im Alltag verwendet. Wer eine Stoppuhr zum Joggen oder für den eigenen Langstreckenlauf benutzen möchte, sollte an dieser Stelle dann zur etwas praktischeren Fitnessuhr greifen. Diese Zeitmesser bieten oft weitere Dienste wie einen Pulsmesser oder einen Schrittzähler an. Im Gegensatz zu Chronographen wurden die Armbänder von Fitnessuhren speziell für einen komfortablen Umgang mit Flüssigkeiten wie zum Beispiel Schweiß ausgelegt. Des Weiteren bieten auch die meisten Pulsuhren eine Stoppuhr an und eignen sich somit für die Kontrolle und die Auswertung des eigenen Trainings.

 

Tischstoppuhren

Für spezielle Wettkampfsituationen sind Tischstoppuhren unverzichtbar, da in vielen Sportarten mehrere Leute das Schiedsgericht bilden, die alle den Blick auf die Restzeit zur Aufgabe haben. Besonders bei Kampfsportarten werden neben den Kampfrichtern noch Leute abgestellt, die das Ende einer Runde oder eines Kampfes signalisieren. Aber auch bei anderen Hallensportarten wird die Zeit nochmal zusätzlich zur großen Anzeigetafel am Seitenrand bemessen. Um hier mögliche Spielverzerrungen entgegenzuwirken, sollte die Stoppuhr eine ausreichend große Darstellung bieten, damit mehrere Personen gleichzeitige die Zeit verstreichen sehen. Diese Tischstoppuhren sind in verschiedenen Ausführungen sowohl mit analogen als auch mit digitalen Anzeigen verfügbar. Für gewöhnlich bieten sie dabei eine Höhe von ca. 20 cm, wobei die genauen Maße je nach Modell und Hersteller variieren können.

 

Weitere Geräte mit Stoppfunktion

Für den Gebrauch im normalen Alltag, in dem nicht unbedingt jede Hundertstelsekunde entscheidet, sind bereits alle Smartphones, Tablets oder Laptops mit einer Stoppuhr versehen. Auf diese Weise haben beispielsweise Smartphones bei Gesellschaftsspielen unlängst die klassische Sanduhr abgelöst, da die Uhr im Handy nach Ablauf auch durch akustische Signale auf sich aufmerksam macht, während der Ablauf einer Sanduhr im Hitze des Gefechts oft untergegangen ist. Des Weiteren bieten dir auch die folgenden Geräte häufig die Messung von Zeitintervallen:

Professionelle Anwendungsgebiete

Im Profisport findet in vielen Sportarten eine präzise Zeitmessung statt. In vielen Laufwettbewerben, Motorsportrennen oder auch Schwimmwettbewerben gilt es nicht nur seine Gegner sondern auch die Bestzeit zu besiegen. Da hier für den Menschen nicht wahrnehmbare Bruchteile oft eine bedeutende Rolle spielen, wird die Zeit für die Wettbewerbe mit einem äußerst aufwendigen, vollelektronischen System gestoppt, das zu besonderen Großereignissen im Stadion oder der Schwimmhalle installiert wird.

Auch Taucher benötigen eine sehr exakte Zeitangabe, nimmt hier doch die Zeit einen lebenswichtigen Faktor ein. Damit Taucher die noch verbleibende Restdauer ihres Sauerstoffvorrates kennen, sind viele Tauchinstrumente sehr präzise geeicht. Auch hier zählt die Angebotsbreite die verschiedensten Ausführungen, die von kleinen speziell angefertigten Uhren bis zu teuren Tauchcomputern reichen.

Neben den Sporteinsätzen werden Stoppuhren und Zeitmesser in der Wissenschaft benötigt. Seien dies die Astronomie, die Medizin oder die Physik – die Forschungen verlassen sich regelrecht auf die präzisen Angaben des zeitlichen Faktors. Wurden auch hier früher die Experimente und Versuche noch per Hand gestoppt, zählt die Wissenschaft seit den 1970er Jahren auch auf die elektronische Messung. Besonders bei Feldversuchen in der Astronomie fiel der Arbeitsaufwand für die Bestimmung von Schwerefeldern erheblich durch die damals neuartige Technik.

Entwicklung der Technologie anhand der Olympischen Spiele

Um die technische Weiterentwicklung im letzten Jahrhundert im Bereich der Zeitnahme nachzuvollziehen, bietet sich dafür das sportliche Ereignis schlechthin an – die Olympischen Spiele. Machte sich 1932 noch ein einzelner Uhrmacher mit dreißig Chronographen auf den Weg nach Los Angeles, kümmerten sich für die Spiele 2016 in Rio de Janeiro ein Expertenteam mit einer Ausrüstung von über 400 Tonnen nur für die Messung der korrekten Zeiten. Dabei vertraut das Internationale Olympische Komitee (IOC) seit 1932 stets auf die Technik des schweizerischen Werbepartners Omega Watches. Der Uhrhersteller schaffte seit Beginn dieser Zusammenarbeit viele Neuerungen für die sportlichen Wettkämpfe. Seit jeher präsentiert das IOC zu den neuen Spielen stets die Innovationen der Zeitnahmetechnologie, gilt Olympia in den meisten Sportarten als wichtigstes Event und sind die bisherigen Rekorde besonders bei den diesem Ereignis in Gefahr. Hier folgt eine kurze Übersicht über ein paar der bedeutsamsten Fortschritte der olympischen Zeitnehmer:

 

Olympische Spiele Neuerung
1948 in St. Moritz und London Fotoelektrische Zellen
1952 in Helsinki Time Recorder: Exakte Zeiten bis auf die Hundertstelsekunde genau
1964 in Innsbruck Die Echtzeit wurde vollelektronisch ins Fernsehprogramm übertragen
1968 in Mexiko City Touchpad für Schwimmer zur eigenen Zeitmessung
1992 in Albertville Digitalmessung zur Bestimmung der Tausendstelsekunde
2010 in Vancouver Elektronisches Startsystem mit Blitzlicht sowie Schallerzeugern
2012 in London Quantum Timer: Präzise Messung mit der Auflösung einer Mikrosekunde

 

 

Bildquellen:

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  • Bigstock/ Wavebreak Media Ltd
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Um dich für diesen Ratgeber entsprechend zu informieren, legte der begeisterte Jogger Malte noch ein paar Extrarunden mit verschiedenen Stoppuhren ein.