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Ratgeber Tapeten

 

Es ist mal wieder Zeit für einen Tapetenwechsel - diese Redewendung kennt vermutlich jeder. Häufig steht dieser Ausdruck eher für einen Urlaub, mal raus aus dem Alltag, allerdings tut auch der permanente Tapetenwechsel zu Hause mal wirklich gut.

Die Welt der Tapeten

Der Begriff “Tapete” bezeichnet verschiedene Arten der Wandverkleidung, häufigerweise aus Papier, Vliesgewebe, Glasfasergewebe oder in seltenen Fällen auch aus Materialien wie Leder, Seide oder anderen Textilfasern. Tapeten werden in der Regel mit einem Klebstoff, dem Tapetenkleister, an der Wand befestigt. Tapeten stellen neben einem Wandanstrich mit Farbe die häufigste dekorative Gestaltung für Wände in Deutschland dar. Häufig wird auch beides kombiniert, denn viele Tapeten können mit Farbe überstrichen werden. Tapeten werden heutzutage in der Regel in Rollen mit Tapete am laufenden Meter verkauft. Übliche Maße sind 53 cm, 70 cm und 90 cm Breite, wobei 53 cm am häufigsten verwendet wird. Die Länge beträgt üblichweise etwas zwischen 7,5 und 10,05 Meter. Die absolute Standardgröße ist 53 cm x 10,05 Meter. Im folgenden Abschnitt stelle ich dir die unterschiedlichen Tapetentypen vor.Dabei habe ich unterschieden in klassische Tapeten, die sich auch heutzutage noch in vielen deutschen Haushalten finden und eher exotischen Tapeten beziehungsweise Tapeten aus früheren Zeiten.

 

Die Klassiker

 

Die Anzahl unterschiedlicher Tapeten ist nicht nur in Muster und Farbe sehr breit gefächert, sondern auch in ihrer Beschaffen und in der Materialzusammensetzung unterscheiden sich die Wandbeläge deutlich. Während einige Tapeten nur in anderen Kulturen zu finden sind oder sich eher in vergangenen Tagen an den Wänden befanden, gehören einige Tapeten in der heutigen Zeit zu den echten Klassikern, die sich in vielen deutschen Haushalten wiederfinden. Diese beliebten Tapetenarten möchte ich dir hier bei unseren Klassikern kurz vorstellen.

Die Raufasertapete

Die Raufasertapete, meistens kurz Raufaser genannt, ist der Ursprung der modernen Papiertapeten und gehört heute wie einst zu den meistverkauften Wandbelägen in Deutschland. Erfunden wurde sie bereits Mitte des 19. Jahrhunderts von Hugo Erfurt, einem Apotheker aus Wuppertal. Nachdem die Raufasertapete in den ersten Jahrzehnten hauptsächlich zur Schaufensterdekoration verwendet wurde, erhielt sie in den 1920er Jahren mit dem Aufkommen der Bauhäuser und Baumärkte den Einzug in private Haushalte und etablierte sich als Wandbelag für die eigenen vier Wände. Die Raufaser besteht im Wesentlichen aus Altpapier, Zellstoff und Holzspänen, die in das Papier eingearbeitet sind und der Raufaser ihre “raue” Struktur geben, der sie auch ihren Namen verdankt. Der große Vorteil der Raufasertapete liegt darin, dass sie mehrfach überstrichen werden kann und auch nach mehrfachem Streichen noch ihre Struktur behält. Zudem ist die Raufasertapete preisgünstig.

 

Die Vliestapete

Vliestapeten sind heutzutage besonders beliebt geworden, nicht zuletzt wegen ihrer unkomplizierten Verarbeitung. Vliestapeten bestehen aus einer atmungsaktiven Verbindung aus Textilfaser und Zellstoff. Diese Verbindung ist nicht nur sehr strapazierfähig, sondern auch sehr einfach zu verarbeiten und nur sehr schwer entflammbar. Im Gegensatz zu herkömmlichen Tapeten musst du Vliestapeten nicht mit Tapetenkleister vorbehandeln, sondern nur die Wand mit Vliestapetenkleber einschmieren. Die Materialbeschaffenheit von Vliestapeten verzeiht kleine Unebenheiten in deiner Wand und sorgt auch bei kleinen Rissen im Untergrund für ein gutes Ergebnis.

 

Die Glasgewebetapete

Glasgewebetapete wird eher weniger in privaten Räumen verwendet, findet sich allerdings trotzdem sehr häufig an deutschen Wänden wieder. Die Glasgewebetapete gehört zu den Tapeten, die sich in fast jedem öffentlichen Gebäude befinden. Besonders in Krankenhäusern, Behörden, Kindergärten, Schulen und in anderen öffentlichen Bereichen, die starken Belastungen ausgesetzt sind, wird Glasgewebetapete verwendet. Dieser Wandbelag besteht, wie der Name nahelegt, aus Glasfaser und zeichnet sich durch enorme Belastbarkeit aus. Zudem lassen sich Glasgewebetapeten praktischerweise überstreichen und bieten damit optimale Bedingungen für stark frequentierte öffentliche Gebäude.

Die Untertapete

Die Untertapete selbst findet sich ebenfalls häufig an deutschen Wänden wieder, allerdings wird außer demjenigen, der sie dort angebracht hat kaum jemand davon wissen. Die Untertapete ist für den Betrachter nicht sichtbar und hat selbst keine dekorative Funktion, sie dient lediglich der Vorbereitung und Verbesserung des Untergrunds. Die Untertapete wird an der Wand angebracht, um einen besseren Untergrund mit besseren Klebeeigenschaften für die eigentliche Tapete zu schaffen. Eine Untertapete kann sinnvoll oder sogar notwendig sein, wenn du eine empfindliche und hochwertige Seidentapete oder Textiltapete an deiner Wand anbringen möchtest oder auch bei weniger anspruchsvollen Tapeten, falls deine Wand keine guten Eigenschaften für eine Tapete aufweist.

 

Die Mustertapete

Bei Mustertapeten handelt es sich in der Regel um Papiertapeten, die je nach dem aktuellen Trend mit den unterschiedlichsten Mustern. In den 70er Jahren beispielsweise gab es sehr schrille bunte, Tapeten, häufig mit Kreis- und Ringmustern versehen. Diese Art Tapeten sieht man heutzutage eher selten, die Industrie ist mit ihren Mustern immer dicht am Puls der Zeit und alle paar Jahre zeichnen sich neue Trends ab. Auch bei den Mustertapeten findet sich in der Regel das Standardmaß 53 cm x 10,05 Meter wieder. Das Tapezieren einer Mustertapete ist nicht ganz unproblematisch, da du hier auf die Übergänge zwischen den einzelnen Bahnen achten musst, damit sich das Muster vernünftig fortsetzt. Mustertapeten sind sogenannte „Tapeten mit Ansatz“ da du hier nicht beliebig Bahn an Bahn setzen kannst.

Prägetapete/Strukturtapete

Eine Präge- oder Strukturtapete ist ganz ähnlich wie eine Mustertapete beschaffen. Sie besteht aus mehreren Papierlagen, die durch einen Prägevorgang mittels einer Prägewalze zusammengepresst und mit der gewünschten Struktur versehen werden. Im Gegensatz zu einer Mustertapete ist die Prägetapete aus Papier allerdings zum Überstreichen geeignet, wodurch sie sich wesentlich von einer Mustertapete unterscheidet.

Die Borte/Bordüre

Eine Bordüre, auch Borte genannt, ist ein schmaler Tapetenstreifen, der als Zierelement auf der eigentlichen Tapete angebracht wird. Eine Bordüre ist meistens mit einem mehr oder weniger aufwendigen Motiv bedruckt und stellt auf einer einfarbigen oder wenig strukturierten Tapete ein tollen Kontrast dar. Eine Bordüre wird horizontal an der Wand angebracht und kann an einer einzelnen Wand entlanggezogen werden oder durch den ganzen Raum gezogen werden. Eine Bordüre kann außerdem ein tolles Trennelement zwischen zwei verschiedenen Tapeten oder zwei unterschiedlich gestrichenen Wandabschnitten sein.

 

Ausgefallenes und Exotisches

 

Fototapete

Bei der Fototapete können unterschiedliche Materialien verwendet werden, meist handelt es sich jedoch um Papiertapeten. Das Besondere an einer Fototapete ist ohnehin nicht das verwendete Material, sondern das Motiv. Eine Fototapete hat als Motiv in der Regel ein stark vergrößertes Foto, welches eine gesamte Wand oder einen gesamten Raum mit einem speziellen Flair versieht. Am häufigsten bilden die Fototapeten eine Landschaft ab oder natürliche Lebensräume wie den Wald. Fototapeten sieht man nicht, aber in Ruheräumen und Spa-Bereichen oder anderen speziellen Räumen, findet man sie auch heutzutage noch gern, da sie ein sehr spezielles Raumgefühl vermitteln.

Grastapete

Ein exotisches Import-Produkt aus China ist die Grastapete, oder in Langform auch China-Grastapete genannt. Die Grastapete ist eine Papiertapete, auf der eine Schicht aus echtem Gras und anderen Pflanzenteilen wie Hanf angebracht ist. Die getrockneten Pflanzenfasern bilden eine natürliche Strukturtapete und sorgen für ein ganz besonderes Ambiente. Heutzutage sind diese Tapeten bei uns in Deutschland eher vom Aussterben bedroht, in den 70er und 80er Jahren waren sie allerdings sehr beliebt. Vielleicht feiern die Grastapeten ja irgendwann ihr Comeback, es wäre nicht der erste Trend vergangener Tage, der sich zurück in deutsche Haushalte kämpft.

Isoliertapete

Die Isoliertapete ist mehr oder minder nur ihrem Namen nach eine Tapete. In der Regel wird sie eher zum Dämmmaterial gezählt als zu den Tapeten. Sie besteht aus einer Polystyrol- oder Schaumpolystyrolschicht in unterschiedlicher Dämmstärke, die von beiden Seiten mit einer Papierschicht versehen ist. Durch ihre Polystyrolschicht hat sie einen Wärmedämmeffekt und beugt zusätzlich der Schimmelbildung vor. Sie hat nicht wirklich einen dekorativen Effekt und wird eher als Innendämmung verwendet, als zur Wohnraumgestaltung.

Metalleffekttapete

Ebenfalls eher rar zu sehen sind Metalleffekttapeten. Besonders ihre Seltenheit macht sie aber auch zu einem besonderen Hingucker. Bei Metalleffekttapeten handelt es sich um einfache Tapeten, die allerdings mit einer dünnen Folie aus Metall beklebt sind. Diese dünne Metallschicht wird in chemischen Verfahren zur Oxidation gebracht. Durch dieses Oxidationsverfahren können die verschiedensten Effekte entstehen. Das Herstellungsverfahren ist allerdings sehr aufwändig und sorgt bei den Tapeten für einen hohen Preis. Ähnlich wie bei Seidentapeten, muss beim Tapezieren sehr darauf geachtet werden, dass kein Tapetenkleister auf die Oberfläche kommt und dass der Untergrund sehr gut vorbereitet wird. Je nach Untergrund kann es sinnvoll sein, vorher mit einer Untertapete zu tapezieren.

Ledertapete

Eher etwas Historisches und nahezu Ausgestorbenes heutzutage und außer in Museen, alten Schlössern oder anderen historischen Gemäuern wohl nicht mehr zu finden, sind die Ledertapeten. Ledertapeten wurden früher aus einzelnen Lederstücken hergestellt, die miteinander verklebt oder vernäht wurden und so zu einer zusammenhängenden Tapete verarbeitet wurden. Die Herstellung ist allerdings viel zu aufwändig und teuer und wird daher heutzutage nicht mehr wirklich praktiziert.

Seidentapete

Seidentapete ist auch heute noch aktuell, wird allerdings aufgrund des hohen Preises und der aufwändigen Verarbeitung nicht von der breiten Masse verwendet. Seidentapete besteht in den meisten Fällen nicht komplett aus Seide, sondern ist eine Vliestapete oder eine Tapete aus anderem Material, die mit Seidenstoff oder Seidenfäden verziert ist. Seidentapete ist wegen ihrer hochwertigen Verarbeitung und der Seide als Material relativ kostenintensiv. Für das Anbringen an der Wand ist außerdem einiges an Erfahrung erforderlich, da das Material empfindlich ist und keinerlei Tapetenkleister auf die Seide gelangen darf. Als Laie hat man hier schnell die gute Tapete verschandelt. Seidentapete benötigt außerdem einen sehr guten Untergrund, damit ein gutes Ergebnis erzielt werden kann.

Textiltapete

Die Textiltapete ist prinzipiell sehr vergleichbar mit der Seidentapete, der einzige Unterschied liegt darin, dass bei einer Textiltapete keine Seide, sondern eben andere Textilien verwendet werden. In der Regel handelt es sich bei Textiltapeten um Papiertapeten oder Vliestapeten, die mit Stoffapplikationen und Textilfasern beklebt sind. Bei Textiltapeten ist ebenfalls darauf zu achten, dass beim Tapezieren kein Tapetenkleister auf die Tapete gelangt.

Das Zubehör zum Tapezieren

Tapetenkleister

Tapeten finden sich in fast jeder Wohnung oder jedem Haus wieder. Nur sehr selten wird komplett auf Tapeten verzichtet und stattdessen auf Holzvertäfelungen, nackten Stein oder verputzte und gestrichene Wände gesetzt. In der Regel lassen sich aber viele Wände mit Tapeten in deutschen Wohnräumen wiederfinden. Für die Anbringung von Tapeten an den Wänden, brauchst du Tapetenkleister. Die Tapetenbahnen werden an ihrer Rückseite großzügig mit Tapetenkleister eingeschmiert und dann sorgfältig Stoß an Stoß an der Wand befestigt. Viele schmieren die Wand ebenfalls dünn mit Tapetenkleister ein, damit eine ideale Verbindung zwischen Wand und Tapete entsteht. Beim Anbringen der Tapetenbahnen musst du unbedingt darauf achten, dass sich keine Luftblasen bilden, da diese später negativ auffallen. Tapetenkleister wird in Pulverform in verschiedenen Packungsgrößen angeboten und muss nach den Angaben auf der Verpackung zu Hause selbst mit Wasser angerührt werden.

 

Tapeziertische

Auf dem Tapeziertisch findet das Vorbereiten der Tapetenbahnen statt. Ohne einen Tapeziertisch gestaltet sich das Tapezieren sehr schwierig und wird selten zu guten Ergebnissen führen. Auf dem Tapeziertisch wird die Tapetenbahn der Länge nach ausgerollt, die Rückseite der Bahn eingekleistert und auf die passende Länge zugeschnitten. Wichtig für ein ideales Resultat ist eine glatte, unverschmutzte Oberfläche und ein fester Stand des Tapeziertisches. Ein Tapeziertisch ist häufig ein gemeinschaftlich genutzter Gegenstand innerhalb der Familie oder im Freundeskreis, irgendwer hat immer einen Tapeziertisch herumstehen. Die gängigen Modelle sind in der Regel 3 m lang und 60 cm bis 80 cm breit. Diese Größe ermöglicht das Vorbereiten einzelner Bahnen für normale Raumhöhen. Damit du den Tapeziertisch zu Hause auch verstauen kannst, sind moderne Tapeziertische entweder in mehrere Einzelteile zerteilbar oder sie sind klappbar.

 

Kleistermaschinen

Wenn du keinen Tapeziertisch hast oder dir das Einkleistern per Hand zu mühselig ist, dann kann eine Kleistermaschine dir gute Dienste leisten. Eine Kleistermaschine ist ebenfalls eine gute Gemeinschaftsanschaffung, die man gut innerhalb der Familie oder im Freundeskreis tätigen kann, da man ja nicht unbedingt jeden Monat neu tapeziert, ist das Gerät für einen Haushalt allein in der Regel zu schade. Die Kleistermaschine zieht die Tapetenbahn durch das Gerät und versieht die Rückseite mit einer gleichmäßigen Schicht Kleister, sodass du im Anschluss nur noch die Bahn an der Wand anbringen musst. Kein lästiges Einkleistern mehr mit einem Quast und keine Vorsicht mehr, dass du aus Versehen die Tapete ruinierst.

 

Tapetenlöser

Tapezieren, die Wand neu gestalten, schön und gut, kann ja alles Spaß machen, aber in der Regel kommt vor der neuen Tapete erst einmal eine ganz andere Herausforderung - die alte Tapete entfernen. Hier kann Tapetenlöser eine große Hilfe sein. Viele Menschen arbeiten zu Hause mit Hausmitteln. Sehr beliebt ist heißes Wasser mit Spülmittel, du kannst allerdings auch auf fertige Tapetenlösemitteln aus dem Handel zurückgreifen. Diese Lösemittel für Tapeten werden in unterschiedlich großen Flaschen oder Kanistern angeboten. Egal ob Hausmittel oder professionell hergestellter Tapetenlöser, die Flüssigkeit muss auf der alten Tapete aufgetragen werden und dann mindestens eine halbe Stunde einwirken. Bei vielen Tapeten, besonders sehr alten Überbleibseln, kann das Entfernen sehr schwer fallen und hartnäckige Rest zurückbleiben. In solchen Fällen hilft häufig nur ein anstrengendes Nachhelfen mit dem Spachtel und langes Kratzen.


Für die ganz schwierigen Fälle gibt es neben den flüssigen Hilfsmitteln auch noch Tapetenlöser, die mit Dampf arbeiten. Die Geräte erinnern an einen Hochdruckreiniger, sie arbeiten mit heißem Dampf, der an der Vorderseite austritt und die Tapeten zielgerichtet und wirkungsvoll einweicht. Genau wie eine Kleistermaschine musst du vor dem Kauf abwägen, ob sich eine Anschaffung wirklich lohnt.

 

 

 

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Diesen Ratgeber hat Max, dein Experte und Kategoriemanager für die Kategorie Tapeten, verfasst.