Solarstrom auf Deutschlands Dächern

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Entdeckt am 15. Oktober 2009

Sonnenstrahlen gleiten über die Berliner Hausdächer. Und das sogar reichlich. Natürlich kann die Bundeshauptstadt nicht mit dem Seriensieger in der Kategorie Sonnenscheindauer, der badischen Stadt Freiburg, konkurrieren. Die durchschnittliche Sonnenscheindauer beträgt im Monat Juni 231,1 Stunden in Berlin. Wohingegen sie in Essen bloß 181,6 Stunden scheint. Auch die Münchner können hier nicht mithalten. Hier scheint die Sonne lediglich 209,4 Stunden. Ohne Zweifel kann man die Sonnenenergie in der Hauptstadt nutzen.

Zum Beispiel für das ambitionierte Projekt der Photovoltaik. Das Projekt Solaratlas Berlin zeigt auf, welches Potential hier ausgeschöpft werden kann.

Mithilfe des Solaratlas lassen sich die Nutzenpotentiale der Sonnenenergie auf den Berliner Dächern aufzeigen. Die oben stehende Aufnahme zeigt deutlich, wo auf dem Arkonaplatz, der sich im Szeneviertel Prenzlauer Berg befindet, Solarpotential besteht. Die Ergebnisse sind beeindruckend. Insgesamt stehen 103m² an Dächeroberfläche rund um dem allseits beliebten Platz zur Verfügung, um dort Photovoltaik- oder solarthermischen Anlagen zu installieren. Diese wären in der Lage jährlich 13,42 MWh Strom zu produzieren. Diese Strommenge wäre damit größer als die Anwohner rund um den Arkonaplatz im Jahr verbrauchen. Auch die Klimabilanz muss sich nicht verstecken. Auf diese Weise könnten nämlich 8,38 Tonnen CO2 eingespart werden. Aber der Arkonaplatz ist gar nicht Ziel des Solaratlas Projekts. Neben dem Arkonaplatz und der Einkaufsmeile Friedrichstraße wurden insgesamt 14.300 Berliner Hausdächer analysiert. Ziel ist es bis zum Frühjahr 2010 alle übrigen Berliner solar-kartographiert darzustellen.

Für die Visualisierung werden sowohl ein 2D als auch 3D Modell verwendet, das sich darüber hinaus über Google Earth nutzen und beobachten lässt. Damit man die Googel Earth Funktionalität für den Solaratlas erhält, muss man sich die laufende Version der Google-Software auf seinen Rechner laden und dann die Startdatei für das Programm installieren, die man sich auf der Projektseite www.3d-stadtmodell-berlin.de besorgen kann.

Spannend ist diese Anwendung naturgemäß vor allem für Eigentümer von Wohnungen und Häusern und für Immobilienunternehmen. Zielgenaue Investitionen können so realisiert werden und im Idealfall wenn staatliche Fördermaßnahmen und die aktuelle Einspeisungsvergütung hinzurechnet, steigen einerseits die Immobilienwerte und es können sogar Gewinne abgeschöpft werden. Die Frage, ob sich eine Solaranlage für das eigene Haus lohne, kann man nun mithilfe des Solaratlas in Sekundeschnelle für sich beantworten.

Das Projekt entstand durch eine Kooperation des Berliner Senats, dem Forschungsprojekt Sun-Area der Fachhochschule Osnabrück (University of Applied Sciences) sowie dem Unternehmen virtualcitySYSTEMS. Alle, die kein Hausdach ihr eigen nennen können, auf dem sich eine Solaranlage installieren lässt, müssen aus diesem Grund aber keineswegs auf Ökostrom verzichten. Eine Reihe von deutschen Ökostromanbietern halten Ökostromtarife bereit, die sich aus Windkraft, Wasserkraft und Solarenenergie zusammensetzen. Die Tarife von Stromanbietern wie LichtBlick oder Greenpeace Energy stehen jedem Interessierten zur Verfügung.