Gaspreise 2010: Kaum Preiserhöhungen zu erwarten
Die Strompreiserhöhungen zu Beginn des kommenden Jahres sorgten hierzulande bei den Verbrauchern für viel Unruhe. Nicht nur durch die Bevölkerung ging ein Aufschrei, auch die Politiker machten ihren Unmut publik.
Bekanntermaßen gibt es mit dem Gasmarkt noch einen zweiten liberalisierten Energiemarkt. Aufgrund der stetig sinkenden Temperaturen werden die Gasverbraucher kaum auf die Erdgasnutzung verzichten können. Der Gasvergleich von Preis.de möchte daher an dieser Stelle über die in den klassischen Medien oft vernachlässigte Gasversorgung berichten.
Es ist hierzulande erstaunlich still geworden um die Gasversorger. Das gilt vor allem in Bezug auf Gaspreiserhöhungen. Letztes Jahr im Herbst haben die Gasanbieter noch ihre Preise angehoben. Nun markiert die Herbstzeit eher das Ende einer starren Anpassung an die Gaspreise. Wir berichteten bereits vor kurzem von der Aufweichung der Gaspreisbindung an den Ölpreis. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Einerseits wurde die Fördertechnik beim Erdgas kontinuierlich verbessert, daher konnten immer mehr Gasfelder erschlossen werden. In der Konsequenz bedeutet dies einen günstigeren Marktpreis für Gas. Dahingegen neigen sich die Öl-Ressourcen irgendwann zu Ende und werden daher auch teurer. Zusätzlich hat auch die Rechtsprechung diese Entwicklung beschleunigt. Momentan wird am Bundesgerichtshof in Karlsruhe über die Preisbindung des Heizungsgas am Schweröl verhandelt. Wer jetzt aber auf sinkende Gaspreise spekuliert, der wird enttäuscht werden. Sollte das Gericht nämlich zu dem Schluss kommen, dass Gas und Heizöl vergleichbare Leistungen darstellen, dann ist es den Gasanbietern überlassen, ihre Gaspreise an das Heizöl zu koppeln.
Aufgrund der aktuellen Wirtschaftskrise hat sich die Gasnachfrage vieler Unternehmen deutlich reduziert. Daher haben einige Gasversorger noch große Reserven, für die niemand Verwendung findet. Einige Versorger starten deshalb mit dem Weiterverkauf ihrer Gasmengen an der Börse. Momentan übersteigt aber das Angebot die Nachfrage, daher können Kaufinteressenten den Gaspreis häufig nach unten drücken. Die Welt berichtete aber, dass von diesem Trend bisher kaum etwas bei den Gaskunden angekommen ist. Die Gasförderer und die Großhändler befinden sich jedoch in Verhandlungen, damit langfristige und unflexible Verträge nach und nach aufgelockert werden können.
Diese zahlreichen Änderungen auf dem Gasmarkt verändern auch die Gewohnheiten bei der Preisfindung für die Gaspreise. Einige Gasversorger korrigierten dieses Jahr über die Preise für ihre Gastarifen gleich mehrfach nach unten. Außer ein paar regionalen Gasversorgern (z.B. ELE, Rheinenergie oder SVS) und kleineren Stadtwerken abgesehen, die ihre Gaspreise erhöhten, verkünden andere Versorger vermehrt keine Änderungen. So hat E.On Ruhrgas gegenüber der Rheinischen Post stabile Gaspreise für die nächsten Wochen ausgegeben. Ähnlich sieht es bei dem Berliner Gasversorger GASAG aus.
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