Neue EU-Richtlinie beim Online-Handel

7. Juli 2011 Redaktion 0

 

Fahne der Europäischen Union

Foto: Fahne der Europäischen Union, flickr / rockcohen

Wer sich bei uns im Preisvergleich informiert, ist vermutlich auch an einem Onlinekauf interessiert, zumal Waren oftmals preisgünstiger sind, als im Einzelhandel. Somit ist es auch für uns als Preisvergleich quasi eine Pflicht, unsere User über Änderungen beim Onlinehandel aufzuklären.

Seit dem 23. Juni hat das europäische Parlament die neue Richtlinie verabschiedet. Verbraucher genießen einen besseren Schutz und Händlern wird der grenzüberschreitende Handel vereinfacht. Als Formalität wird angesehen, dass der Rat noch zustimmen muss. Dies wird im Juli geschehen. Für Aufsehen hat die Abschaffung der deutschen 40 €-Klausel bei Rücksendungen hierzulande gesorgt. Jedoch muss man hier mehr differenzieren. Denn mit der kommenden EU-Richtlinie werden einige, sehr positive Neuerungen eintreten. Grund für diese neue Richtlinie ist die „Vollharmonisierung“, wie es genannt wird. Das bedeutet, dass der europäische E-Commerce vereinheitlicht werden soll, damit in ganz Europa, beziehungsweise in der Europäischen Union, gleiches Recht für alle gilt. Denn beim Online-Shopping unterscheiden sich die EU-Länder noch deutlich. Die wichtigsten Änderungen, die sich für den Online-Käufer ergeben, haben wir hier kurz zusammengefasst.

Bestellen & Kaufen

Der Kunde soll geschützt werden. Diese klare Aussage umfasst Folgendes:

  • Identität des Händlers muss offenkundig sein (Name, Anschrift, Telefonnummer)
  • Händler muss den Kauf explizit als kostenpflichtige Leistung deklarieren
  • Wesentliche Merkmale der Ware müssen erkennbar sein
  • Gesamtpreis inklusive Steuern, sonstigen Abgaben und weiteren Kosten
  • Weitere Verpflichtungen, die der Käufer mit dem Vertrag eingeht
  • Liefertermin muss aufgeführt sein, ansonsten muss Ware sofort lieferbar sein

40-Euro-Klausel

Mit dieser Klausel konnten wir kostenlos eine komplette Warensendung oder auch nur Teile dieser zurücksenden. Anforderung dafür war lediglich, dass der Bestellwert mindestens 40 Euro aufwies. Diese Regelung hat es kurzzeitig mit in die Richtlinie geschafft, wurde aber nun ausgeschlossen. Daraus folgt, dass der Kunde nun die Kosten einer Rücksendung selber tragen muss. Der Verkäufer muss über diesen Umstand vorher informiert haben. Davon auszugehen ist, dass die überwiegende Zahl der Händler wie zuvor die Kosten übernehmen werden, um einen kleinen Wettbewerbsvorteil zu genießen. Bei Rücksendungen, die nicht auf dem gewöhnlichen Postweg möglich sind, müssen die Kosten vorab feststehen.

Zahlungsarten Online-Shopping

Fotos: flickr / IvanWalsh.com - Warenkorb, PayPal / Andres Rueda - Kreditkarten / BlatantWorld.com - Bargeld

Bezahlung

Die Zahlungsarten im Foto links sollten den meisten bekannt sein. Zusätzliche Zahlungsarten wie Bankeinzug oder auch Sofortüberweisung sind natürlich ebenso gängig im Internet. Bei der Bezahlung ändert sich lediglich, dass der Händler nur noch Zuschläge berechnen darf, die wirklich anfallen und nicht solche, um bestimmte Zahlungsarten zu benachteiligen. Nachnahme ist bei Händlern so ein Beispiel, was viele zwar anbieten, aber eigentlich ungern möchten.





Widerruf

Das Widerrufsrecht wird europaweit 14 Tage betragen. Ob per Mail oder per Rücksendung der Ware, spielt dabei keine entscheidende Rolle. Nach einer Mail hat der Verbraucher weitere 14 Tage, um dafür zu sorgen, dass die Ware beim Verkäufer ankommt. Vorteil für den Kunden ist, dass der Verkäufer nun ebenfalls binnen 14 Tagen (nicht wie zuvor 30 Tage) das Geld rückerstatten muss und zwar auf demselben Wege, wie es ihm übermittelt wurde. Allerdings gibt es bestimmte Waren und Güter, die nun vom Widerruf ausgeschlossen sind. Vor allem Artikel, bei der die Rücksendung zu hygienischen Problemen führen könnte, wurden genannt. Wie diese Attribute von der Rechtsprechung genau bestimmt werden, bleibt abzuwarten.

Umsetzungsfrist

  • Ab sofort in nationales Recht integrieren
  • Spätestens bis Mitte 2013
  • Laut Experten reizt Deutschland solche Fristen erfahrungsgemäß aus

Wer sich damit noch etwas intensiver auseinandersetzen möchte, der kann unter diesem Link, die originalen Bestimmungen des Europäischen Parlaments als .pdf-Dokument herunterladen.

 
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